Glanzmann bestätigt eine entsprechende Meldung der «Zentralschweiz am Sonntag»: «Ich möchte nicht, dass unsere Kultur verloren geht, und finde es schlimm, dass man die Symbole unserer Kultur nicht mehr öffentlich zeigen darf.»

Ziel der Forderung ist, dass «Symbole der christlich-abendländischen Kultur im öffentlichen Raum zugelassen sind». Damit meint die Luzerner Nationalrätin nicht nur Kruzifix und Kreuz, sondern auch Symbole wie beispielsweise Christbäume, Statuen und Weihnachtskrippen. Sonst komme irgendwann jemand auch noch auf die Idee, das Kreuz aus der Schweizer Flagge entfernen zu wollen, sagt Glanzmann.

Die Politikerin reagiert mit ihrer Forderung auf die Diskussionen über die Kruzifixe in den Klassenzimmern und das Gipfelkreuz-Verbot. Am genauen Initiativtext feilt sie noch, will ihn aber in der nächsten Session sicher einreichen.

«Bibel ist nicht Bundesverfassung»

Rückendeckung bekommt Glanzmann vom eigenen Parteipräsidenten Christophe Darbellay: «Der Vorschlag von Frau Glanzmann ist gut, denn es ist wichtig und nötig, dass unsere christlichen Symbole durch die Verfassung geschützt werden.» Darbellay unterstützt eine Trennung von Kirche und Staat, findet aber eine «dogmatische Säkularisierung» gefährlich und absurd. Er weist darauf hin, dass die Bibel nicht die Bundesverfassung sei, aber die in der Verfassung festgelegten Werte schliesslich auch christlich-abendländisch seien.

Stimmen aus dem rechten Lager

Unterschriften für ihre Forderung erhofft sich die Luzerner CVP-Nationalrätin aus der eigenen Partei – und von der SVP. «Ich versuche aber allen Fraktionen Unterschriften zu bekommen, denn das ist nicht unbedingt eine politische, sondern vor allem eine ethische Frage.» Verständnis für die Forderung aus Luzern hat auch der Walliser SVP-Nationalrat und Lehrer Oskar Freysinger. In der SVP gibt es eine gute Chance, eine Mehrheit dafür zu finden», ist er überzeugt. Er persönlich hege zwar sehr grosse Sympathien für den
Buddhismus, finde aber dennoch, dass die christlichen Symbole Zeichen der kulturellen Grundlage der Schweiz seien.

Freidenker wollen eine Debatte

Ungewohnte Unterstützung erhält die Forderung auch von Reta Caspar, Geschäftsführerin der Freidenker-Vereinigung: «Ich finde die CVP-Initiative gut. Vielleicht gibt es dann endlich eine ernst zu nehmende Debatte darüber, was das für Symbole sind und welche Bedeutung sie effektiv haben.» Zudem müsse endlich definiert werden, was «christlich-abendländisch» heisse. Caspar erklärt sich den Kampf um das Kreuz mit dem kommenden Wahljahr. Die CVP versuche, rechte Wählerstimmen zu gewinnen. Die Diskussion über religiöse Symbole sei bisher vor allem über andere Religionen geführt worden. Nun müssten sich die Politiker endlich zu christlichen Symbolen äussern.