Heiratsstrafe

CVP kämpft nun auch für Schwule und Lesben: Pfister verzichtet in neuer Initiative auf traditionelle Ehe-Definition

Bricht mit einem Tabu: Gerhard Pfister will, dass sich die CVP auch für homosexuelle Paare einsetzt.

Bricht mit einem Tabu: Gerhard Pfister will, dass sich die CVP auch für homosexuelle Paare einsetzt.

Auch homosexuelle Paare sollen von einer Abschaffung der Heiratsstrafe profitieren. Mit diesem Kurswechsel überrascht CVP-Präsident Gerhard Pfister in der «Tagesschau». Nun soll eine neue Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe lanciert werden.

Mit einem zünftigen Schwerthieb will CVP-Präsident Gerhard Pfister den gordischen Knoten zerschlagen, der den Kampf seiner Partei gegen die Heiratsstrafe blockiert. Bislang hatten die Christdemokraten nämlich daran festgehalten, dass die Ehe im Gesetz klar definiert werden müsse - nach katholischer Lehre als Gemeinschaft von Mann und Frau. Damit vergraulte man die Linken, die auch sexuell anderweitig orientierten Paaren den Schutz der Ehe garantieren wollen.

Nun opfert die ehemals katholische Partei ihr Bekenntnis zur traditionellen Ehe. Eine neue Initiative soll die Heiratsstrafe für alle abschaffen, auch für homosexuelle Partnerschaften. Die bisher hängige CVP-Initiative soll deshalb kurzerhand zurückgezogen und eine neue eingereicht werden.

Pfister handelt aus Pragmatismus, wie er in einem Exklusiv-Interview mit dem Schweizer Fernsehen erklärt: «Die Heiratsstrafe wurde seit mehreren Jahrzehnten nicht abgeschafft. Deshalb sehen wir keine andere Möglichkeit. »

Ob die hängige Initiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» nun tatsächlich zurückgezogen wird, muss jedoch das Initiativkomitee entscheiden. Der Partei dürfte damit eine Grundsatzdiskussion bevorstehen.

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