Covid 19
Piksen beim Einkaufen: Wie die Kantone mit neuen Angeboten den Zugang zur Impfung erleichtern wollen

Die Impfkampagne läuft in allen Kantonen auf Hochtouren. Trotzdem erreichen die Behörden nicht alle Bevölkerungsteile. Der oberste Gesundheitsdirektor plädiert nun für ein möglichst niederschwelliges Angebot. Bereits vorgemacht hat das der Kanton Aargau.

Reto Wattenhofer
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Seit Jahresbeginn war es das zehnte Treffen zwischen Lukas Engelberger und Alain Berset.

Seit Jahresbeginn war es das zehnte Treffen zwischen Lukas Engelberger und Alain Berset.

Keystone

Für den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger ist die Impfbereitschaft in der Schweiz erfreulich. «Die Impfkampagne läuft in allen Kantonen auf Hochtouren», erklärte der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) am Donnerstag vor den Medien in Bern. Zuvor hatte er Bundesrat Alain Berset zu einem gemeinsamen Austausch über die Coronapandemie getroffen.

Trotz dieser guten Entwicklung bleibt laut Engelberger viel zu tun. Die Kantone würden viel unternehmen, um auch jene zu erreichen, die sich bisher nicht um einen Termin bemühten oder noch keinen Impfentscheid gefällt hätten. Aus Sicht des obersten Gesundheitsdirektors ist klar: Erreicht werden müssen die Verletzlichen der Gesellschaft, Menschen mit Beeinträchtigungen, Armutsbetroffene, Bildungsferne oder auch Geflüchtete.

Engelberger plädierte dafür, diesen Bevölkerungsgruppen einen niederschwelligen Zugang zur Impfung zu ermöglichen. Die Kantone würden deshalb ihre Informationskampagnen verstärken, zusätzliche mobile Angebote schaffen und auch Impfungen ohne Anmeldung anbieten. Dabei sollen sie sich auch auf Empfehlungen des Schweizerischen Roten Kreuzes stützen.

«Niederschwelligen Zugang» ermöglichen

Lob gab es am Donnerstag auch von Gesundheitsminister Alain Berset. Die Kantone seien in den letzten Monaten sehr kreativ gewesen, um die Impfkampagne vorwärts zu bringen. Wie das gehen könnte, zeigte gleichentags der Kanton Aargau.

Die kantonale Gesundheitsbehörde kündigte einen niederschwelligen Zugang an. Konkret sollen sich Impfwillige im Juli und August in mehreren Filialen von Migros und Coop piksen lassen können. Auch sieht der Kanton Walk-in-Angebote in Impfzentren vor. Ziel sei es, «ein möglichst einfaches Impfangebot für jüngere arbeitstätige Personen zu schaffen, die beispielsweise über Mittag oder nach der Arbeit einkaufen gehen», begründet der Kanton in einer Mitteilung den Schritt.

Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Auch wer nicht im Kanton wohnhaft ist, kann sich impfen lassen. Allerdings gilt das Angebot nur für Erwachsene. Jugendliche erhalten weiterhin nur an den Impfstandorten der Kantonsspitäler in Aarau und in Baden eine Impfung. Grund dafür ist, dass nur ein Impfstoff für diese Altersgruppe zugelassen ist.