Corona
Wegen des mutierten Virus kommt es in St. Moritz jetzt zu Massentests

In zwei Luxushotels im Engadin haben sich rund ein Dutzend Personen mit dem Coronavirus infiziert – mit der ansteckenderen Variante.

Kari Kälin
Drucken
Teilen
Die Bündner Polizei vor dem Luxushotel Kempinski in St. Moritz

Die Bündner Polizei vor dem Luxushotel Kempinski in St. Moritz

Bild: Keystone

Mit Massentests das Coronavirus eindämmen: Mit dieser Strategie hat der Kanton Graubünden in den letzten Wochen in der Schweiz Pionierarbeit geleistet. Auf diese Erfahrung können die Behörden jetzt zurückgreifen. Das Gesundheitsamt Graubünden führt morgen Dienstag in St. Moritz flächendeckende Tests durch. Es rät den Einheimischen und den Touristen, dringend daran teilzunehmen.

Der Grund für die gross angelegte Übung ist ein Ausbruch des mutierten Coronavirus. In den beiden Luxushotels «Badrutts’s Palace» und «Kempinski» wurden in den letzten Tagen rund ein Dutzend Personen positiv auf die deutlich ansteckendere südafrikanische Variante getestet.

Der Seuchenherd wurde auch deshalb entdeckt, weil die beiden betroffenen Hotels ihre Mitarbeiter regelmässig testen. Wer in «Badrutt’s Palace» eincheckt, muss sodann einen negativen Coronatest vorweisen, wie das Hotel mitteilte.

Skilehrer im Lockdown – Skigebiete bleiben offen

Die Gäste und das Personal der beiden Luxusadressen müssen jetzt in Quarantäne und werden alle getestet, wie der Kanton Graubünden mitteilt. Touristen, die am Montag abreisen wollten, durften das Hotel nur verlassen, wenn sie einen negativen Test vorweisen konnten. Die anderen können ihren Aufenthalt fortsetzen und müssen strenge Schutzmassnahmen einhalten.

Das Bündner Gesundheitsamt verhängte nach dem lokalen Ausbruch mit dem mutierten Virus umgehend weitreichende Massnahmen. Auf dem ganzen Gemeindegebiet von St. Moritz müssen die Menschen eine Maske tragen. Die Schulen und Kindertagesstätten bleiben vorläufig geschlossen. Vereinsaktivitäten sind derzeit tabu, und Jugendliche müssen auf Sporttrainings verzichten.

Die Behörden rufen die Einwohner von St. Moritz und die Touristen zudem auf, möglichst niemanden zu treffen. Wer in diesen Tagen Skifahren lernen will, muss es sich selber beibringen: Für Skilehrer gilt vorläufig ein Lockdown. Die Skigebiete hingegen bleiben bis auf weiteres offen. Das Gesundheitsamt beobachte die Lage aber laufend, sagt der Kanton.