Exponentieller Anstieg

Corona-Virus: Spitäler bereiten sich auf Ansturm vor – Medizinstudenten bieten Hilfe an

Am Universitätsspital Zürich kommen Medizinstudenten zum Einsatz.

Am Universitätsspital Zürich kommen Medizinstudenten zum Einsatz.

Noch reicht das Personal der Universitätsspitäler aus, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wenn das nicht mehr der Fall ist, könnten Studierende aushelfen – in Zürich haben sie sich bereits freiwillig gemeldet.

Mit dem exponentiellen Anwachsen der bestätigten Fälle von Corona-Virus kommt es zur Belastungsprobe für das Schweizer Gesundheitswesen. Das Departement für Verteidung, Bevölkerungsschutz und Sport hat die am Freitag angewiesen, täglich ihre freien Beatmungs- und Isolationsplätze sowie Intenstivpflegebetten zu melden. Nicht dringende Operationen sollen aufgeschoben, Entlassungen und Verlegungen in Reha-Kliniken vorgezogen werden.

Zumindest die Universitätsspitäler sind derzeit noch in der Lage, den Betrieb mit dem regulären Personal aufrecht zu erhalten. Allerdings sind teilweise bereits Massnahmen wie Ferienverbote oder der Verzicht auf Weiterbildungen ergriffen worden, um die Präsenzzeit der Angestellten zu erhöhen.

Sämtliche fünf Universitätskliniken des Landes arbeiten in der Planung mit verschiedenen Szenarien, um sich auf einen weiteren Anstieg der Corona-Fälle so gut wie möglich vorzubereiten. In diesen Planungen spielen teilweise auch Medizinstudenten im letzten Studienjahr eine Rolle. Sie haben im Laufe ihrer Ausbildung bereits in Spitälern gearbeitet und bringen somit praktische Erfahrung mit.

Bereits nächste Woche im Einsatz

Die Medizinstudentin Leonie Plastina hat in Zürich das Zepter in die Hand genommen: Zusammen mit ihrem Kommilitonen Nikola Rakic hat sie vergangene Woche betroffene Institute des Universitätsspitals Zürich (USZ) angeschrieben und ihre Hilfe angeboten. «Wir haben unter uns Studentinnen und Studenten schnell gemerkt, dass in dieser aussergewöhnlichen Lage viele helfen wollen», sagt sie gegenüber CH Media.

Studentin Leonie Plastina will aushelfen.

Studentin Leonie Plastina will aushelfen.

Das Hilfsangebot der Studierenden im 6. Studienjahr wurde mit offenen Armen angenommen, sagt sie. «Wir hatten innerhalb von zehn Minuten eine positive Rückmeldung.» Eine erste Schulung für den Hilfseinsatz hat bereits stattgefunden, wie eine USZ-Sprecherin bestätigt. «Ab kommender Woche sollten die ersten Studierenden bereitstehen», sagt Plastina. Primär dürften sie auf der Intensivstation zum Einsatz kommen, wo die meisten Ressourcen benötigt werden.

Die Crux mit pensionierten Ärzten

Auch beim Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne befindet man sich in Gesprächen mit der medizinischen Fakultät der Uni Lausanne. Der Einsatz von Medizinstudenten wird im Rahmen der Szenarienplanung geprüft, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagt. Gleich tönt es bei den Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG).

In der Romandie befasst man sich auch mit der Frage, welche Hilfsdienste allenfalls pensionierte Ärzte und Pflegefachkräfte übernehmen könnten. Hier gelte es aber zu bedenken, dass diese teilweise zur Risikogruppe gehöre und eine Ansteckung mit dem Coronavirus für sie gefährlich werden könnte.

Beim Universitätsspital Zürich ist der Einsatz pensionierter Fachpersonen derzeit nicht vorgesehen. Das Universitätsspital Basel hingegen hat bereits vergangene per Stelleninserat nach pensionierten Ärzten gesucht. Eine Antwort auf die Anfrage von CH Media vom Donnerstag nach dem aktuellen Stand ist noch ausstehend. Beim Inselspital Bern wird der Betrieb aktuell mit dem regulären Personal bestritten.

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