Schweiz

Corona-Hotspot: Kanton Genf müsste eigentlich auf die Quarantäne-Liste

In Genf steigen die Fallzahlen derzeit stark an.

In Genf steigen die Fallzahlen derzeit stark an.

Die Fallzahlen im Kanton Genf sind in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Gründe dafür könnten die Nähe zu Frankreich und die dichte Besiedelung sein. Der Kanton will seine Massnahmen weiter verschärfen.

(sku) Nirgends in der Schweiz gibt es derzeit so viele neue Ansteckungen wie im Kanton Genf: In den letzten 14 Tagen verzeichnete der Kanton 103 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner. Dieselbe Zahl nimmt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei anderen Ländern als Ausgangspunkt für die Quarantäne-Liste. Liegt dieser Wert über 60, gilt das Land als Risikogebiet und Rückkehrer müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Diese sogenannte Inzidenz bezieht sich aber jeweils auf das ganze Land und nicht auf einzelne Gebiete.

Klar ist aber: Der Kanton Genf ist ein Hotspot. Wie Nicola Low, Epidemiologin an der Universität Bern, am Dienstag gegenüber «20 Minuten» sagt, sind die Lage und die Urbanität des Kantons der Grund für die hohen Zahlen. «Der Kanton liegt an der Grenze zu Frankreich, ist insbesondere in der Stadt Genf dicht besiedelt und verfügt über einen Flughafen», so Low. All diese Faktoren würden die Ausbreitung des Virus begünstigen.

Der Kanton hat bereits umfassend reagiert. So sind Genfer Nachtclubs seit vergangenem Freitag wieder geschlossen. Zudem gilt eine allgemeine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Wie «20 Minuten» schreibt, will der Kanton nun auch das Contact-Tracing ausbauen. Laut einer Kantonsärztin funktioniere das momentan zwar sehr gut, aber das Team sei ausgelastet.

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