Wangen
Container verschwunden

Im Streit um das Kombiverkehrangebot in Wangen an der Aare gibt die Marti AG nach. Die Anwohner der Sternenstrasse freuts.

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Container

Container

Berner Rundschau

Julian Perrenoud

So schnell wie er erschien, so schnell verschwand er auch wieder: Der neue Verladestandort der Marti AG am Wanger Bahnhof ist bereits Geschichte. Die gelben Container sind weg - nur der schwere Kran steht noch neben aufgeschichteten Holzstämmen. Die Marti AG wollte hier am Güterbahnhof ihr gewonnenes Kies von LKWs auf Züge umladen (wir berichteten). Gehandelt hatte die Firma derart schnell, dass der Kran schon erste Container auf Güterwagons hiefte, bevor die Gemeinde dies überhaupt bewilligte.

Die Anwohner der Sternenstrasse waren überrumpelt, verurteilten die Aktion: Viel Lärm und Dreck seien die Folge des von der Marti AG hochgelobten Umschlagestandorts. Das dürfe so nicht weitergehen, waren sie sich einig.

Die Marti AG ist ernüchtert

Und es ging auch nicht weiter: Die Marti AG schraubte die Arbeiten am Bahnhof vorerst herunter - bis sie nun diesen Monat ganz zum Erliegen kamen. Peter Balmer, Leiter des strategischen Verkaufs der Marti AG, liess darauf dem Wanger Gemeinderat ein Communiqué zukommen. Er schrieb: «Ernüchtert nehmen wir zur Kenntnis, dass wir den Platz beim Bahnhof Wangen an der Aare vorerst nicht weiter benützen können.» Der Kran namens Reahstacker soll in diesen Tagen demontiert und per Sondertransport weggeführt werden.

Man bedauere es sehr, dass keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte, so Balmer. Dabei seien die verwendeten Geräte und LKWs zonenkonform und der Gütertransport mit der Bahn sinnvoll gewesen. Für eine direkte Stellungnahme war Balmer bis gestern Abend nicht zu erreichen.

«Entscheid ist vernünftig»

Die Gemeindeverwaltung liess den betroffenen Anwohnern das Communiqué zustellen. Jörg Niederer, dessen Haus an der Sternenstrasse steht, ist erleichtert: «Nachdem wir interveniert hatten, reagierte die Firma termingerecht. Ihr Entscheid ist vernünftig.»

Laut Niederer verlädt die Marti AG nun ihre Container in Balsthal. «Dort müssen sie zumindest keine Wohngebiete durchfahren.» Der Standort sei sowieso besser - wenn auch etwas weiter entfernt. Denn: von der Grube in Walliswil bei Bipp könne die Marti AG ihre Güter direkt via Autobahn zum Verladestandort transportieren. In Wangen scheint für die Firma derweil ausser Spesen nichts gewesen zu sein. Niederer sagt dazu nur: «Das passiert halt, wenn man so etwas ohne Bewilligung macht.»