Zürich
Container ersetzen das Hotel für Asylsuchende

Seit Januar 2009 nutzte die Asyl-Organisation Zürich das Hotel Atlantis als Übergangszentrum für Asylsuchende. Ab diesem Sommer verlegt sie diese Unterkünfte in Container nach Leutschenbach und Zürich-West.

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Container ersetzen das Hotel

Container ersetzen das Hotel

Limmattaler Zeitung

Michele Coviello

Auf Ende August läuft der Vertrag aus. Die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) muss das Hotel Atlantis im Quartier Friesenberg wieder verlassen, in dem sie seit Januar 2009 rund 250 Asylbewerberinnen und -bewerber untergebracht hatte. Wie die Stadt Zürich gestern mitteilte, werde sie bis zu jenem Zeitpunkt zwei Container-Siedlungen bereitstellen. Sie werden die gleiche Anzahl Personen aufnehmen können.

Der Vertrag mit der «Neuen Hotel Atlantis AG» sei kürzlich bis Ende August verlängert worden, sagt Thomas Kunz, Direktor der AOZ. Seit die Organisation im Januar 2009 das Gebäude für ein halbes Jahr gemietet hatte, wurde der Vertrag immer wieder nur stückweise verlängert. «Wir hätten die Liegenschaft für ein Jahr mieten wollen», sagt Kunz. Die Besitzer hätten sich jedoch für allfällige Renovationen nicht binden wollen. Nun scheint das ehemalige Nobelhotel aus den 1970er-Jahren tatsächlich vor einer Erneuerung zu stehen.

Längerfristige Lösungen

Gemäss der kantonalen Vorgabe zur Aufnahme von Asylsuchenden ist die Stadt Zürich verpflichtet, rund 1800 Personen zu beherbergen. Für die 250Bewohnerinnen und Bewohner des Hotels Atlantis hat die AOZ nun zwei neue Siedlungen aus Containern geplant. Auf dem Heineken-Areal in Leutschenbach Mitte und auf der Industriebrache zwischen der Aargauerstrasse und dem Autobahnzubringer Bern/Basel in Zürich-West entstehen 114 beziehungsweise 142 Plätze.

Diese Lösungen werden längerfristig sein. In Leutschenbach werden die Container zwischen drei bis fünf Jahren stehen. Danach ist auf dem Areal eine Überbauung geplant und das Übergangszentrum wird umziehen. «Die Container werden mit wenig Aufwand gut zügelbar sein», spricht Kunz über die Vorteile dieser Lösung, «wir werden jene Container an einen neuen Ort verschieben, wo wir weitere fünf Jahre zu bleiben gedenken.» Die Siedlung in Zürich-West könnte fünf bis zehn Jahre bestehen bleiben. Auch dieses zweite städtische Grundstück soll nach der Zwischennutzung anders verwendet werden.

Verantwortlich für die Planung und den Bau der beiden Container-Siedlung sind das Amt für Hochbauten sowie die Liegenschaftsverwaltung der Stadt Zürich und die auf temporäre Bauten spezialisierte Firma NRS-Team verantwortlich. Die AOZ übernimmt die künftige Betriebsführung und die Tagesstrukturen für die Bewohnerinnen und Bewohner.

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