Lipperswil
Connyland investiert über 200 000 Franken in Sicherheit für Delfin-Lagune

Die Sicherheit der Delfine im Connyland wurde mit Kameras und Bewegungsmeldern vergrössert. Diese Massnahmen kosten den Park bisher über 200000 Franken.

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Im November 2011 waren im "Connyland" zwei Delfine verendet

Im November 2011 waren im "Connyland" zwei Delfine verendet

Keystone

Die Delfin-Lagune im Connyland im thurgauischen Lipperswil ist zur Hochsicherheitszone geworden. «Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt», bestätigt Besitzer Roby Gasser: «Dazu gehören Kameras und Bewegungsmelder an fast jeder Ecke.» Sobald jemand den Delfinen zu nahe komme, erhalte er «aufs Handy sofort eine Meldung».

Die Sicherheitsmassnahmen haben ihren Preis: «Wir haben bisher über 200 000 Franken in die Sicherheit investiert», sagt Gasser. Dafür ist eine neue Welle an Reaktionen über die Connyland-Leitung hereingebrochen. Hintergrund ist das im Urin der Delfine Shadow und Chelmers gefundene Opiat Buprenorphin.

Sea-World-Tierarzt macht Expertise

Für Gasser ein weiteres Indiz einer Vergiftung, doch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind geteilt: ««Es gibt viele böse Briefe und E-Mails, aber auch genau so viel Unterstützung nach dem Motto: ‚Haltet durch!'». Gasser räumt ein, dass auch Todesdrohungen dabei sind, gibt sich jedoch gelassen: «Wenn ich das Gespräch mit den Leuten suche, verstehen sie unsere Argumentation.» Er werde dies bald mit neuen Gutachten beweisen können.

Eine Expertise ist bereits in Lipperswil eingetroffen und kommt von Christopher Dold, Chef-Tierarzt des berühmtesten Meeres-Themenparks der Welt: dem Sea World in den USA. Über 100 Delfine betreut Dold in den Sea-World-Delfinarien. Auch er verabreicht seinen Meeressäugern - genau wie das Connyland - das Antibiotikum Metronidazol. Er und seine Mitarbeiter hätten bei den Tieren nie Nebenwirkungen beobachtet, heisst es in einer Stellungnahme, die dem «Sonntag» vorliegt. Zu einem anderen Schluss kam die Thurgauer Staatsanwaltschaft. Diese teilte im Januar mit, die Connyland-Delfine hätten durch das Antibiotikum eine Schädigung des Gehirns erlitten und seien daran verendet.