Cobalt Air riet ihren Kunden davon ab, sich am Donnerstag zum Flughafen zu begeben oder die Büros des Unternehmens zu kontaktieren - denn auch diese stellten ihren Dienst ein.

Stattdessen sollten Betroffene umbuchen und die Rechnung aufbewahren sowie ihre Reiseveranstalter oder ihre Bank kontaktieren, um sich das Geld erstatten zu lassen.

Grösste Airline Zyperns

Die erst vor zwei Jahren gestartete Billigairline entschuldigte sich "aufrichtig" für die Einstellung ihrer Dienste, teilte zunächst aber nichts über die Gründe dafür mit. Cobalt Air ist seit der Pleite von Cyprus Airways Anfang 2015 die grösste Fluggesellschaft Zyperns.

Cobalt Air hatte sechs Flugzeuge und flog 23 Ziele an. Das Verkehrsministerium der Insel versicherte, es werde für alle Passagiere, die sich noch in Zypern aufhielten, eine Lösung gefunden.

Unbestätigten Informationen zufolge hatte die Airline Zahlungsprobleme und musste ihren Verkehr nun einstellen, nachdem Verhandlungen mit einem potenziellen europäischen Investor gescheitert waren. Betroffen von den Annullierungen sind nun weit über 1'000 Passagiere, die genaue Zahl blieb aber unklar.

1'300 Schweizer betroffen

Alleine der Schweizer Reiseveranstalter Hotelplan Suisse hat für knapp 1'300 Kunden bis zum 18. November Flüge mit Cobalt Air gebucht. Zum Teil habe man ganze Maschinen gechartert, erklärte Hotelplan Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Insgesamt gehe es um 13 Cobalt-Flüge, die nun ausfielen. "Für die betroffen Kunden sind wir mit Hochdruck daran, Alternativen zu suchen", sagte Huguenin-dit-Lenoir.

Allerdings habe man auch schon Airlinepleiten mit grösseren Ausmassen erlebt. Bei Cobalt Air handle es sich nur um die eine Destination Zypern. Beim Grounding der Fluggesellschaft Hello von Moritz Suter im Oktober 2012 seien mehr Destinationen und Kunden betroffen gewesen, sagte die Hotelplan-Sprecherin.

Zyperns grösste Fluggesellschaft Cobalt Air hat nach nur zwei Jahren ihren Dienst eingestellt.

Easyjet bietet «Rettungstarif an»

Die Fluglinie Easyjet teilte nun am Donnerstag mit, dass den betroffenen Kunden, die von Basel nach Larnaka reisen müssen, ein spezieller «Rettungstarif» inklusive aufgegebenem Gepäck angeboten werde. «Wir bedauern die Entwicklungen von Cobalt Air und teilen die Besorgnis aller betroffenen Passagiere», schreibt die Billigairline in einer Mitteilung. 

Für die Buchung dieses Tarifs können betroffene Passagiere den Easyjet-Kundenservice kontaktieren und gegen Vorlage ihrer Cobalt Air-Reservierungsnummer je nach Flug-Verfügbarkeit von dem Rettungstarif profitieren. (sda/bz)