Clinton wurde in Bagdad von ihrem irakischen Amtskollegen Hoschjar Sebari, dem neuen US-Botschafter im Irak, Christopher Hill, und US-Generalstabschef Michael Mullen empfangen. Anschliessend zog sie sich mit dem Befehlshaber der US-geführten Truppen im Irak, General Ray Odierno, zu Gesprächen in der US-Botschaft zurück.

Vor ihrer Abreise sollte Clinton auch mit Regierungschef Nuri el Maliki und Präsident Dschalal Talabani zusammenkommen. Die US-Aussenministerin verurteilte die Anschläge, bei denen am Donnerstag und Freitag binnen weniger als 48 Stunden mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen waren.

Neun Wochen vor dem Abzug der US-Truppen aus den Grossstädten des Landes sicherte Clinton der irakischen Regierung die weitere Unterstützung der USA zu. Sie wolle mit ihrem Besuch den "fortdauernden Einsatz" der USA für das irakische Volk, die Stabilität, die Sicherheit und die Eigenständigkeit des Iraks bekräftigen.

Vor etwa hundert Vertretern der irakischen Zivilgesellschaft sagte Clinton: "Wir werden weiter sehr, sehr hart daran arbeiten, ihnen die Möglichkeiten zu geben, in einem sicheren Land zu leben." Es gebe nichts Wichtigeres als die Einheit des Iraks.

Einem Abkommen zwischen Washington und Bagdad zufolge sollen die US-Soldaten eigentlich bis Ende Juni aus den Grossstädten abgezogen werden. General Odierno schloss jedoch nicht aus, dass US-Truppen in einigen Städten und Dörfern länger bleiben könnten als ursprünglich vorgesehen.

Der Grossteil der 140 000 Mann starken Truppen soll den Irak bis Ende August 2010 verlassen, der endgültige Abzug soll bis Ende 2011 vollzogen sein.