(sda) Der Neubau, das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros EM2N, ist 13'000 Quadratmeter gross und erinnert an ein Filmstudio. Die Stahlhülle repräsentiert die bewahrende Funktion eines Archivs, das grosse Fenster des zweigeschossigen Ausstellungsraums wirkt wie eine Kinoleinwand und die eingehängten Sitzungszimmer in der Eingangs- und Ausstellungshalle wecken Assoziationen zu filmischen Effekten wie Bildeinstellung und Schnitt.

Das Gebäude ist ein Umbau und eine Erweiterung einer ehemaligen Buchbinderei, die die Cinémathèque suisse 1988 erworben hat. Seit 1992 sind nach einer Renovation alle Bestände dort vereint, die davor in verschiedenen Provisorien gelagert worden waren. Trotz weiteren baulichen Massnahmen reichte der Platz für die Sammlungen bald nicht mehr aus. So entschied der Bundesrat - der Bund hatte das Gebäude 1998 gekauft - im Jahr 2005, ein neues Forschungs- und Archivierungszentrum zu bauen. Drei Jahre später stimmte das Parlament einem Baukredit von 49,5 Millionen Franken zu, der 2017 um 5,1 Millionen Franken für die Digitalisierung erhöht wurde.

Das Forschungszentrum besitzt neben den Räumen für die Aufbewahrung der Bestände auch ein Labor für die Digitalisierung des aufbewahrten audiovisuellen Kulturguts, Bereiche für die Restaurierung und Katalogisierung der Dokumente, einen Kinosaal, Arbeitsbereiche sowie einen Ausstellungsraum.

Laut der Internationalen Vereinigung der Filmarchive (Fiaf) gehört die 1948 gegründete Cinémathèque suisse zu den zehn bedeutendsten Filmarchiven der Welt. Sie sei ausserdem die einzige nationale Institution, die einen wesentlichen Teil der Filmproduktion und des audiovisuellen Schaffens der Schweiz zusammentrage und aufbewahre, ist dem Mediendossier zu entnehmen.

Parallel zur Konservierung und Restaurierung ihrer Bestände gehört auch die Vermittlung dieses Filmerbes zu den Aufgaben der Cinémathèque. So werden in Lausanne etwa jeden Monat Retrospektiven, Hommagen und thematische Filmzyklen organisiert und Events in Anwesenheit von Film-Persönlichkeiten durchgeführt.

Am Wochenende vom 7. und 8. September ist die Öffentlichkeit zur Besichtigung eingeladen. Die Besucherinnen und Besucher können die Räumlichkeiten besichtigen, Filme schauen und Ausstellungen besuchen.