TalkTäglich

Christoph Blocher: «Wenn es notwendig ist, sollte Magdalena in den Bundesrat»

Generationenwechsel an der SVP-Spitze

Sie sei manchmal etwas ungeduldig, vielleicht etwas rasch und bestimmt, sagt Christoph Blocher über seine Tochter in der Sendung «TalkTäglich».

Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ist neu im Parteileitungsausschuss der SVP – und tritt somit in die Fussstapfen ihres Vaters, alt Bundesrat Christoph Blocher. Im «TalkTäglich» verrät er, was seine Tochter besser kann als und weshalb sie in den Bundesrat sollte.

Die Nachricht schlug hohe Wellen: alt Bundesrat Christoph Blocher gab neben alt Nationalrat Walter Frey und Oskar Freysinger den Rücktritt aus dem Parteileitungsausschuss der SVP Schweiz bekannt; an ihre Stelle tritt unter anderem Blochers Tochter Nationalrätin Magdalena Martullo Blocher. Das Gremium ist für die Finanzierung und Umsetzung von Kampagnen verantwortlich und vertritt die SVP nach Aussen.

Im «TalkTäglich» verrät Christoph Blocher, dass nicht er seine Tochter zu diesem Schritt überredet habe, sondern der ehemalige Parteipräsident und Nationalrat Toni Brunner. «Er hat sie schon dazu gebracht, sich für den Nationalrat aufstellen zu lassen», verrät Blocher Moderator Markus Gilli. 

Er selbst habe sich bewusst zurückgehalten, obwohl er ihre Qualitäten sehe. «Sie ist sehr tüchtig und eine unabhängige Unternehmerin», sagt Blocher. Auf die Frage, was sie denn weniger gut könne, antwortet er: Sie sei manchmal etwas ungeduldig, vielleicht etwas rasch und bestimmt. «Sie sagte einmal einem Journalisten, sie könne besser am Computer 'herumtöggele'», verrät Blocher und lacht. 

Dann kommt der alt Bundesrat auf die EWR-Abstimmung vom 6. Dezember 1992 zu sprechen. Blocher prägte den Abstimmungskampf und war schliesslich erfolgreich, als das Volk den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ablehnte. «Die Schweiz hatte 1992 den Mut, gegen das ganze Establishment, gegen die ganze Classe Politique zu sagen: Wir bleiben ein unabhängiges, direkt demokratisches Land.» Auch jetzt seien die Schweiz und ihre direkte Demokratie gefährdet.

Mit seinem Rücktritt aus der Parteispitze will sich Blocher für den Kampf gegen das Rahmenabkommen mit der EU stärken, wie er gegenüber der AZ Aargauer Zeitung vor wenigen Tagen erklärte.

Martullo-Blocher: «Ich kann meinen Vater nicht eins zu eins ersetzen»

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Magdalena Martullo in den Bundesrat?

Gegenüber Gilli hält Blocher fest: «Ich trete nicht zurück aus der Politik, nur aus der Parteileitung der SVP.» Die er übrigens nie präsidierte. «Obwohl dies immer behauptet wird», sagt Blocher. «Ich war nur ein kleiner, Zürcher Parteipräsident.» Und er fügt an: «Bundesrat wollte ich nie werden. Aber als der Moment kam und es hiess, ich müsse gehen, ging ich.»

Seine Abwahl aus dem Bundesrat bezeichnete Blocher einmal als «den bittersten Moment». Ob er dieses Schicksal auch seiner Tochter aufbürden könne, will Gilli wissen. «Wenn es notwendig ist, muss sie das machen. Wir müssen doch schauen, dass es der Schweiz gut geht, dass sie nicht in die EU reinrutscht», echauffiert sich Blocher und wirft die Hände in die Luft. Das könne nur jemand machen, der unabhänig ist, jemand wie seine Tochter. (sga)

Sehen Sie die ganze Sendung hier:

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