Herr Blocher, Sie kandidieren in Zürich für den National- und den Ständerat. Wieso?

Christoph Blocher: Ich bin von verschiedenen Seiten angegangen worden. Ich habe mir das gut überlegt. Und ich kam zum Schluss: Jetzt müssen alle mithelfen.

Was ist so wichtig, dass jetzt sogar der bald 71-jährige Blocher nochmals in den Nationalrat muss?

In der kommenden Legislatur geht es um die Frage: Sollen wir über unsere Zukunft noch selber entscheiden können, oder werden das andere tun? Und um die Volksrechte, die laufend abgebaut werden. Da muss ich antreten.

Haben Sie Ihre Rückkehr nach Bern mit Ihrer Frau Silvia abgesprochen oder gibt es darüber noch Krach in Ihrer Residenz in Herrliberg?

Ach schauen Sie, es ist kein Geheimnis, dass meine Frau lieber hätte, ich würde mich zurückziehen. Sie hat bei allen meinen Ämtern immer gefragt: «Ja, muss das sein.» Für sie ist es eine Belastung, aber kein Problem.

Ist es nicht auch so, dass Sie als «Animal Politique» einfach dabei sein müssen, wo politisiert wird?

Das höre ich oft. Aber ich gehe Diskussionen auch bewusst aus dem Weg. In dem jetzt laufenden Atomkraft-Geschwätz haben Sie mich nie gehört.

Warum eigentlich nicht?

Jetzt schwatzen viele durcheinander und verlieren den Kopf. Dabei muss man jetzt doch gar nichts machen, sondern abwarten.