Der newsbedürftige Fernsehzuschauer fühlt sich diese Woche kurz vor zehn Uhr abends zurückversetzt in die berühmten 60er, wo der Fernseher im Vergleich zu heute noch einen viel höheren Stellenwert hatte.

Wo ist da denn der Unterschied?

Wo ist da denn der Unterschied?

So beginnt der Dienstag reinweiss. Der Kontrast zum Mittwoch ist umso heftiger, Frau Maier trägt schwarz. Und gestern Abend ist es ein Mittelweg: Sie trägt grau. Wäre der Hintergrund des Studios nicht rot, könnte man wirklich meinen, dem Schweizer Fernsehen seien die Farben gestohlen worden.

Unweigerlich kommt einem da ein Teil der Fernsehgeschichte vom 1. Oktober 1968 in den Sinn. Marcel Besançon, der damalige Generaldirektor der SRG, stand mit einem übergrossen Blumenstrauss im Studio. Ein kurzer Satz auf Französisch («Que la couleur soit!»), ein kurzer Blick Besançons nach rechts (Klappt es etwa nicht?) und der Kameraschwenk zum Strauss, welcher wie von Zauberhand mit einem leichten Ruckeln plötzlich in allen Farben erscheint, läuteten eine neue Ära beim Schweizer Fernsehen ein.

Farbfernsehen wird eingeführt

Nur dumm, dass damals praktisch noch niemand einen Farbfernseher zu Hause stehen hatte. Danach diskutierte man an den Stammtischen über die Definitionsfrage: Schwarz und Weiss sind im Endeffekt trotzdem Farben, wenn auch unbunte.

Die Geschichte wiederholt sich nun knapp 43 Jahre später erneut. Und wer weiss, vielleicht beginnt auch für Christine Maier heute Abend kurz vor zehn Uhr auch eine neue Ära.