Chinesische Regierung attackiert Dalai Lama

Dalai Lama besorgt über Lage in Tibet

Dalai Lama besorgt über Lage in Tibet

China hat dem Dalai Lama vorgeworfen, ein unabhängiges «Grosstibet» auf einem Viertel des chinesischen Territoriums errichten zu wollen. China wolle jedoch verhindern, dass Tibet von seinem Territorium abgetrennt werde.

Der Dalai Lama wolle "alle Chinesen und andere ethnische Gruppen, die seit Generationen in Tibet leben", sowie die chinesischen Streitkräfte aus diesem Gebiet vertreiben, warf Chinas Aussenminister Yang Jiechi dem im indischen Exil lebenden Führer der Tibeter vor.

Bei seinen Vorwürfen auf einer Pressekonferenz anlässlich der Tagung des Volkskongresses in Peking bezog sich Yang Jiechi offensichtlich auf ein exiltibetisches Memorandum mit der Forderung nach "echter Autonomie". Dieses hatten das Vertreter des Dalai Lamas Ende letzten Jahres im Dialog mit China vorgelegt.

Vor dem 50. Jahrestag des Aufstandes der Tibeter gegen die Chinesen von 1959 verteidigte Yang Jiechi auch die wiederholt heftigen Reaktionen der chinesischen Regierung auf Treffen hoher ausländischer Politiker mit dem Dalai Lama. "Der Dalai Lama ist keineswegs nur eine religiöse Figur, sondern ein politischer Exilant." Andere Regierungen sollten ihm nicht erlauben, ihre Länder für seine "separatistischen Aktivitäten" zu benutzen.

Der Dalai Lama seinerseits äusserte "grosse Sorge" über die Situation in Tibet. Er befürchte, dass es in den tibetischen Gebieten in den nächsten Tagen erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen könnte, sagte er der Tibeter der "Frankfurter Rundschau".

Seine Landsleute hätten ihm berichtet, dass die Frustration und die Wut auf die Chinesen vor allem unter den jungen Tibetern wachse. Auf der chinesischen Seite sehe es genauso aus. "Viele chinesische Bürger haben sich Waffen zugelegt, und sie sind bereit zu schiessen. Die Lage ist sehr angespannt. Es kann jeden Moment zu einer Gewalt-Explosion kommen", beschreibt der Dalai Lama die Lage in seiner Heimat. An sein Volk appelliert der Dalai Lama, sich nicht "zu Gewalt hinreissen" zu lassen.

Der 73-Jährige wirft China vor, sein Volk weiterhin massiv zu unterdrücken. "Viele Tibeter wurden verhaftet und gefoltert, viele sind gestorben", sagte der Dalai Lama der Zeitung. Die Öffentlichkeit bekomme davon nichts mit.

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