"Hier war es, wo der Vorsitzende Mao die Gründung der Volksrepublik feierlich verkündete. Heute steht hier, stolz und erhaben, ein sozialistisches China, das die Modernisierung, die Welt und die Zukunft in die Arme schliesst".

Zur Eröffnung der Feierlichkeiten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking feuerten Soldaten Schüsse ab und hissten die rote Nationalflagge.

Im perfekten Gleichschritt und mit genau 116 Schritten pro Minute marschierten 8000 Soldaten durch die chinesische Hauptstadt. Die zur Schau gestellten Panzer und Interkontinentalraketen sollten die militärische Stärke des Landes zeigen.

Eine Sicherheitszone hielt Zuschauer von den Festlichkeiten fern. Anwohnern wurde verboten, aus ihren Fenstern zu schauen. Seit Tagen patrouillierten schwer bewaffnete Polizisten durch Peking. Die Kommunistische Partei wollte jeglichen Zwischenfall vermeiden.

"Einfache Leute werden aufgeregt und stolz sein", sagte Zhang Ming, Historiker an der Pekinger Renmin Universität. "Aber letzten Endes spielte die Öffentlichkeit hierbei keine Rolle. Das war eine Veranstaltung für die Führung, die sich und der Welt beweisen wollten, dass sie die Zügel in der Hand hält."

Internationale Menschenrechtsgruppen kritisierten deswegen die Feier. Angesichts der grossen Militärparade und einzigartigen Propagandaschau in Peking stellte die in den USA ansässige Organisation "Human Rights in China" (HRiC) in einer Mitteilung fest: "Das Machtspektakel kann tiefe Unsicherheit nicht verbergen."

Eine Koalition von chinesischen, tibetischen und uigurischen Aktivisten in Grossbritannien verurteilte die "tyrannische Herrschaft der Kommunistischen Partei".