Chico Mendes offiziell rehabilitiert - Entschädigung für Witwe

Umweltaktivist Chico Mendes (Archiv)

Umweltaktivist Chico Mendes (Archiv)

Mehr als 20 Jahre nach seiner Ermordung ist der brasilianische Umweltaktivist Chico Mendes offiziell rehabilitiert worden. Seine Witwe Ilzamar erhält eine Entschädigung in Höhe von rund 338'000 Reais (175'000 Franken).

Zudem zahlt ihr der Staat eine lebenslange monatliche Rente von umgerechnet 1500 Franken. Die brasilianische Regierung veröffentlichte im Gesetzblatt ("Diário Oficial da União") einen entsprechenden, bereits im Dezember getroffenen Entscheid. Zudem wurde Chico Mendes von allen Vorwürfen freigesprochen.

Mendes, damals Anführer der Kautschukarbeiter, gilt als erster prominenter Kämpfer für den Erhalt des Regenwaldes und wurde während Brasiliens Militärdiktatur (1964-1985) verfolgt und mehrfach inhaftiert.

Am 22. Dezember 1988, als Brasilien schon eine Demokratie war, wurde der damals 44-Jährige von Farmern vor seinem Haus in Xapuri im Bundesstaat Acre im Nordwesten Brasiliens ermordet. Die Tat sorgte weltweit für Aufsehen. Die Attentäter wurden zwei Jahre später zu 19 Jahren Haft verurteilt.

Brasiliens Justizminister Tarso Genro hatte bei der Entscheidung im Dezember betont, es sei unmöglich, die Verfolgung des Gewerkschafters während der Militärdiktatur von dessen Tod im demokratischen Brasilien zu trennen.

"Indirekt ist seine Ermordung damit verbunden." Der Staat bitte um Entschuldigung für das, was Mendes widerfahren sei.

Meistgesehen

Artboard 1