chemische Industrie
Chemischen Knall will keiner

Die chemische Industrie am badischen Rheinufer birgt Gefahrenpotenziale. In einer Gemeinschaftsaktion brachten die Unternehmen nun eine Broschüre heraus, die Ratschläge fürs Verhalten nach einem Störfall gibt.

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Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Gelangen bei Leckagen, Bränden oder Explosionen giftige, für Mensch und Umwelt schädliche Stoffe ins Freie, so machen sie bekanntlich vor Staatsgrenzen nicht Halt. Das neue Infoheft der Firmen Evonik Degussa, RheinPer-Chemie, Cabot und Umicore wurde deshalb auch im schweizerischen Rheinfelden an jene Haushalte verteilt, die nördlich der Bahnlinie und zwischen dem Quartier Alte Saline und Fröschweid liegen.

Das bestätigte Stadtschreiber Roger Erdin. Es sei wichtig, über die Chemiefirmen informiert zu sein und für den Ernstfall Verhaltensregeln in die Hand zu bekommen. «Wer sich für die Sicherheitsbroschüre interessiert, kann sie im Stadtbüro abholen.»

In diesem Zusammenhang bemerkte Erdin, dass im Ernstfall vor allem auf der Polizeischiene der gegenseitige Informationsfluss funktioniere. Normalerweise laufe der Alarm in der kantonalen Kommandozentrale in Schafisheim auf, doch werde oft auch die Kantonspolizei in Rheinfelden direkt benachrichtigt.

Im badischen Rheinfelden ging das Heft mit einem Merkblatt, das detaillierte Verhaltensregeln bei Chemieunfällen wie geschlossene Räume aufsuchen oder Radio einschalten enthält, an sämtliche Haushalte in der Umgebung der Chemiefirmen, deren Produktionen auch kurz beschrieben sind. Auch Schulen, Spitäler und Kindergärten wurden bedient.

Mit der Publikation erfülle man Vorschriften der deutschen Störfallverordnung, betonten die Firmenleiter. Oberbürgermeister Eberhard Niethammer lobte deren Engagement: «Viele Produkte wie Arzneimittel, Kunststoffe oder Farben kommen uns zugute und können nicht ohne Chemie hergestellt werden; folglich ist der Umgang mit gefährlichen Stoffen unausweichlich.»

Störungen durch technisches oder menschliches Versagen könnten nie ganz ausgeschlossen werden. Die neue Broschüre helfe mit, über mögliche Gefahren zu informieren, und gebe Anleitungen für richtige Reaktionen im Notfall, so Oberbürgermeister Niethammer.

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