Ventilklausel
Chefunterhändler enthüllt: EU wollte die Ventilklausel

Dieter Grossen, ehemaliger stellvertretender Direktor des Bundesamts für Migration, hat als Chefunterhändler für die Schweiz die Ventilklausel verhandelt. Gegenüber SonntagsBlick bezeichnet er die Aussagen der EU, die Schweiz hätte diese auf die EU-8 nicht anwenden dürfen, als scheinheilig.

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Die Europa-Flagge

Die Europa-Flagge

Keystone

«Die Absicht und der Wille beider Seiten war stets sonnenklar: Die Schweiz darf die Ventilklausel auf die EU-8 anwenden!» sagt Dieter Grossen zu SonntagsBlick. Und weiter: Nicht die Schweiz, sondern die EU habe gefordert, dass die Ventilklausel und die Kontingente auf Osteuropa separat angewendet werden müssten.

Grund: «Man wollte die alte und die neue EU nicht vermischen, weil die Schweiz dann die Zuwanderung für die gesamte EU länger hätte beschränken können», sagt Grossen gegenüber SonntagsBlick. Wenn der Ansturm aus dem Osten stark gestiegen wäre, hätten folglich auch Deutsche und Portugiesen vorübergehend nicht mehr in die Schweiz immigrieren können. «Die EU-Kommission wollte die alte EU schützen!», so Grossen.

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