Die Universität macht im Fall Mörgeli von externen Beratern gebrauch, auch Flurin Condrau, welcher am 1. Februar wieder als Leiter des Medizinhistorischen Instituts zurückgekehrt ist. Dies bestätigen Akten der Staatsanwaltschaft, die dem «Tagesanzeiger» vorliegen.

Mörgeli hatte im Februar dieses Jahres Flurin Condrau wegen Amtsgeheimnisverletzung angezeigt. Er soll die Berichte über den mangelhaften Zustand des Museums und über die kritisierte Arbeit von Kurator Christoph Mörgeli an den TA-Journalisten Städler weitergeleitet haben.

«Vision 2022» für 40'000 Franken

Condrau hat gemäss den Akten mindestens drei externe Berater angestellt, wie der «Tagesanzeiger» in seiner Mittwochausgabe berichtet. Mit dem Berater Samuel Bill hatte Condrau im Dezember 2011 Kontakt. Bill bietet Organisationsentwicklung an, speziell für Museen. Im  Januar 2012, verhandelte Bill eine Offerte für die Neuaufgleisung des Medizinhistorischen Museums aus.

Trotz dem Tragen der Verantwortung über das Museum wusste Mörgeli nach eigenen Angaben nicht, was Condrau vor hatte.

Bill sollte erst eine Analyse, Interviews mit ungefähr 30 Persönlichkeiten führen und eine Museumsvision für 2022 vorschlagen. Die Kosten dieser Arbeit betrugen 40'000 Franken.

Kritisch: Der Berater hatte für die Analyse den «Jütte-Bericht» erhalten, den Condrau im Vorjahr über den Zustand der Sammlung und Mörgelis Arbeit erstellen liess.

Führungscoach für Kosten in unbekannter Höhe

Im April 2012 holte Condrau als Berater den Coach und Unternehmensberater Othmar Fries als Berater ins Boot. Dieser leitete schon vorher Seminare für Führungskräfte.

Der Inhalt der Arbeit hielten Condrau und Fries hielten geheim. Es geht aber aus der Untersuchung hervor, dass Condrau mit Fries einen «Sparringspartner» wollte, um die «Führungsrolle zu sichern» und seine «Arbeitsfähigkeit zu erhalten».

Die Rechnungen in unbekannter Höhe wurden von der Universität bezahlt. Auch Fries hat von Condrau den akademischen Bericht bekommen. Dieser untersteht dem Amtsgeheimnis. Bill und Fries bestreiten, dass sie diesen Bericht an dem Journalisten weitergegeben haben.

Am 11. September 2012 ist im «Tages-Anzeiger» die Geschichte über die ungenügende Leistung von Christoph Mörgeli erschienen.

Condraus Medienberater

Condrau hat ebenfalls den Medienberater Steven Loepfe engagiert. Zu seinem Auftrag wollte er sich auf Anfrage nicht äussern, gab aber die «einige Monate» andauernde Zusammenarbeit zu. Die Rechnung war unter 10'000 Franken.

Flurin Condrau wollte gegenüber dem «Tagesanzeiger» keine Stellung zu seinen externen Beratern nehmen.

Christoph Mörgeli äussert sich zu den Beratern ebenfalls nicht. Er sagt jedoch, dass er sich selber nur mit Bekannten austauscht. (tos)