Antoniuskapelle in Schneisingen
«Chäppeli» ohne Glocke und Altar

Die umfassende Renovation der Antoniuskapelle in Schneisingen hat begonnen. Am Dienstagnachmittag sind Glocke und Altar demontiert worden.

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Aargauer Zeitung

Michael Hunziker

Hanspeter Dätwiler von der Firma Rüetschi, Aarau, steht breitbeinig im Türmchen der Antoniuskapelle in Schneisingen. Die rund 40 Kilogramm schwere Glocke hat er an einem Seil befestigt. Langsam lässt er das wertvolle Stück aus dem Jahr 1559 zu Boden gleiten. Der Klöppel und dessen Befestigung, so viel ist zu erkennen, sind nicht mehr im allerbesten Zustand. Auch die Beschläge und das Lager am Joch sind abgenützt.

Im Innern der unter Denkmalschutz stehenden Kapelle machen sich derweil die Restauratoren am Altar zu schaffen, heben vorsichtig den oberen Teil ab, um ihn in die Werkstatt zu transportieren. Auch hier sind die Spuren der Zeit zu erkennen. Der Altar ist mit Kerzenwachs verunreinigt, da und dort platzen Vergoldungen und Marmorierungen ab. Das Altarbild vom Oberschneisinger Maler Xaver Meier ist verschmutzt. Ebenfalls verschmutzt und teilweise verrusst sind Wände und Decke im Raum.

Ganze Reihe von Arbeiten

«S Chäppeli», wie die Antoniuskapelle in Schneisingen genannt wird, ist im Besitz der Ortsbürgergemeinde. Im intimen Rahmen wurden in über 340 Jahren unzählige Andachten und Messen abgehalten, wurde für die Lebenden und Toten gebetet. Eine umfassende Renovation soll nun sicherstellen, dass das Gebäude den künftigen Generationen zur Verfügung steht.

Glocke aus Pfarrkirche

Erbaut wurde die Antoniuskapelle in Schneisingen 1667 unter Pfarrvikar J. Gg. Stressler durch Baumeister Jakob Schaublin. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1559 und hing ursprünglich in der Pfarrkirche. 1813 erfolgte der Anbau des Schulhauses. Renovationen wurden 1861/62, 1934 sowie 1971 durchgeführt. 1996 wurden in der Kapelle die Bänke durch Stühle ersetzt und der Innenanstrich erneuert. (az)

Rund 78 500 Franken Spendengelder

Für die Renovation der Antoniuskapelle hat die Ortsbürgergemeindeversammlung im Juni 2008 einen Kredit von 150 000 Franken genehmigt. Gemeindeammann Claudia Graf, die beim Beginn der Arbeiten gestern Dienstagnachmittag anwesend war, konnte darauf hinweisen, dass bisher rund 78 500 Franken in Form von Spendengeldern von Privatpersonen, Landeskirche, Gemeinden und Firmen eingegangen sind. «Unsere Erwartungen wurden übertroffen», hielt sie fest.

Als Projektleiter für die Renovation zuständig ist Herbert Schwitter vom Architekturbüro Castor Huser, Baden. Die Einweihung der Antoniuskapelle, so viel steht bereits fest, wird am 17. Januar 2010, am Antoniustag, gefeiert.

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