Chance: Altstadt als Wohnstadt

In einer Studie zeigt Netzwerk Altstadt auf, dass sich kleinere und mittlere Städte – auch Brugg – in einem Strukturwandel befinden und sich daher neu positionieren müssen. Zum Beispiel als Wohnstadt.

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Aargauer Zeitung

Louis Probst

Netzwerk Altstadt

Netzwerk Altstadt bietet Städten - aber auch Dörfern - eine Plattform zum Austausch. Netzwerk Altstadt, das vom Bundesamt für Wohnungswesen unterstützt wird, sieht seine Aufgabe darin, als Kompetenzzentrum in Altstadtfragen «Erfahrungen und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die helfen, den Strukturwandel aktiv anzugehen».
www.netzwerk-altstadt.ch

«Die Brugger Altstadt ist unattraktiv, Häuser zerfallen, Geschäfte verschwinden; die Altstadt muss belebt und ihre Attraktivität erhöht werden»: Dieser Beitrag aus der Umfrage, die von der Gruppierung «Neues Gesicht» durchgeführt worden war, ist zwar etwas subjektiv gefärbt. Eine Studie von Netzwerk Altstadt zeigt aber auf, dass sich Brugg in Bezug auf die Entwicklung seiner Altstadt sozusagen in guter Gesellschaft befindet.

In dieser Studie kommen Urs Brülisauer, Paul Dominik Hasler und Peter Masciadri zum Schluss: «Die historischen Zentren der kleineren und mittleren Städte der Schweiz erfahren zurzeit einen grundlegenden Strukturwandel. Der Wegfall der Geschäftsnutzung und damit oft der Einbruch der wirtschaftlichen Grundlage der Liegenschaften stellt Private und öffentliche Hand vor massive Probleme.»

Zentrales Element im Spiel um Zentralität und Bedeutung, so die Studie, sei die Verschiebung der Kaufkraft, die sich von der Altstadt hin zum Bahnhof und von da in die Peripherie fortsetzt. Diese Diagnose trifft - geradezu exemplarisch - auf Brugg zu. Auch hier sind Geschäfte verschwunden. (Immerhin sind an ihre Stelle auch neue getreten.) Tatsache ist ebenfalls die Sogwirkung des neuen Zentrums von Brugg. Wobei mittlerweile selbst in diesem Gebiet - und im Neumarkt selber - Verkaufsflächen leer stehen. Dafür erfreuen sich die Einkaufszentren, die in den letzten Jahren auch an der Peripherie der Region Brugg entstanden sind, regen Zuspruchs.

HINWEIS

«Brugger Altstadt: woher - wohin?» Diskussion. 12. August, 19.30 Uhr. Rathaussaal. Organisiert von Quartierverein
Altstadt, «Altstadt für alli» und Stadt.

Die Studie von Netzwerk Altstadt bietet leider wenig Trost für die Zukunft: «Diese Entwicklung ist noch nicht zu Ende, und sie wird weitere Spuren hinterlassen», wird zur Verschiebung der Kaufkraft festgestellt.

Patentrezepte für die Wiederbelebung der historischen Zentren hat das Netzwerk Altstadt zwar nicht zur Hand. In der Studie wird aber auf die Chance der Wohnnutzung hingewiesen und postuliert: «Das Wohnen soll wieder gestärkt werden.»

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