Wer "strafbare Handlungen oder Verbrechen" begangen habe, werde genauso nach Recht und Gesetz zu Verantwortung gezogen, wie diejenigen, die sich dem Staat widersetzt hätten, zitierte das Staatsfernsehen Chamenei am Sonntag. Chamenei sprach vor Universitätsdozenten in Teheran.

Vor dem Revolutionsgericht in Teheran müssen sich seit Anfang August etwa 140 Menschen für ihre Beteiligung an den Protesten verantworten.

Derweil ist ein Fall von Misshandlung eines Häftlings bekannt geworden. Anders als von den Behörden angegeben, starb ein inhaftierter Demonstrant nicht an einer Hirnhautentzündung, sondern an den Folgen von Misshandlung.

Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr berichtete, kam ein rechtsmedizinischer Ausschuss Mitte August zu dem Schluss, dass psychischer Stress, schlechte Haftbedingungen und "zahlreiche Schläge" für den Tod des 25-jährigen Mohsen Ruholamini verantwortlich waren.

Eine Meningitis als Todesursache schlossen die Mediziner demnach ausdrücklich aus. Meningitis war bisher offiziell als Todesursache genannt worden. Ruholamini war Anfang Juli bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad festgenommen und in dem Gefängnis Kahrisak untergebracht worden.

Bei den Protesten waren nach offiziellen Angaben etwa 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition spricht von 69 Todesopfern. Von den insgesamt rund 4000 Festgenommenen sind noch etwa 300 inhaftiert.