Herr Wüstmann, die AZ Medien haben 2014 einen Verlust von 6 Millionen Franken ausgewiesen. Warum?

Axel Wüstmann: Im Kerngeschäft haben wir einen Betriebscashflow von 25 Millionen Franken erzielt bei einem Umsatz von 247 Millionen Franken – das heisst, wir sind gesund. Der Hauptgrund für den Konzernverlust sind Projekte und Investitionen. Allen voran der Ausbau unseres Digitalgeschäfts mit watson, unserem Mobile Newsportal und unseren Marken-Webseiten. Die neue Druckmaschine, unser neuer Sender TV24 und die Übernahme des «Oltner Tagblatts» sind ebenfalls erhebliche Investitionen.

Wann werden die Druckerei und watson Gewinne schreiben?

Die Druckerei bereits in diesem Jahr, auch weil wir neue externe Aufträge gewinnen konnten, wie zum Beispiel eine Teilauflage der Coop-Zeitung. Bei watson wird es noch etwas länger dauern. Entscheidend ist, dass die Reichweite kontinuierlich wächst und der Umsatz zulegt. Und beides ist der Fall.

Was heisst «etwas länger»?

Zwei bis drei Jahre auf alle Fälle – und diese Zeit geben wir uns auch.

Wie wird 2015?

Der Start war denkbar schwierig mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die Irritation hat insbesondere bei den Rubriken und bei den nationalen Werbeerlösen zu deutlichen Bremsspuren geführt. Auch unser Druckgeschäft hat es im internationalen Wettbewerb nun schwieriger. Der Umsatz der AZ Medien insgesamt liegt ein Stück über Vorjahr, aber deutlich unter Plan, und wir sehen aufgrund der konjunkturellen Abkühlung auch keine Verbesserung in den nächsten zwölf Monaten.

Das heisst, es gibt wieder Sparprogramme?

Darum kommen leider auch wir nicht herum. Wir sind mitten in der Umsetzung diverser Massnahmen über den gesamten Konzern hinweg mit dem Ziel, dass wir uns die Investitionen in die Zukunft unseres Geschäfts auch weiter leisten können.

Welche Pläne haben Sie mit dieser Zeitung, die auch zu den AZ Medien gehört?

Die «Nordwestschweiz» und ihre elf regionalen Ausgaben ist Kern unseres Geschäfts. Die regionale Publizistik wollen wir weiter stärken. Das neue Layout und das neue journalistische Konzept im letzten Jahr haben die Zeitung einen grossen Schritt vorangebracht. Jetzt geht es darum, die digitalen Angebote, insbesondere Mobile, auszubauen und für unsere Leser noch attraktiver machen.

Manche Leser haben Ihre Zeitung in letzter Zeit regelmässig zu spät erhalten. Wann kommt Besserung?

Zuerst möchte ich mich bei unseren Abonnentinnen und Abonnenten dafür entschuldigen. Wir sind aktuell wegen der Zusammenführung von zwei Druckstandorten mit Problemen konfrontiert, die wir unterschätzt haben; wir führen Mannschaften zusammen, gleichzeitig führen wir eine neue Drucktechnologie ein. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Zeitung wieder täglich pünktlich unseren Abonnenten zustellen zu können. Die Situation hat sich bereits verbessert, und ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Wochen zur Normalität zurückkehren werden.