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Cassis wird Chefposten neu besetzen – es fallen pikante Namen

Stabübergabe naht: Ignazio Cassis und Didier Burkhalter (r).SARAH ENNEMOSER/Key

Stabübergabe naht: Ignazio Cassis und Didier Burkhalter (r).SARAH ENNEMOSER/Key

Zeiten der Unsicherheit im EDA: Cassis wird den Chefposten im Aussendepartement neu besetzen – es fallen pikante Namen.

Die Ungewissheit ist gross. Wie auf Kohlen sitzen derzeit manche Mitarbeiter im Aussendepartement (EDA). Sie wissen nicht, wie es weitergeht. Ende Oktober hört ihr bisheriger Chef Didier Burkhalter auf. Am 1. November übernimmt Ignazio Cassis. Die Frage ist: Wen behält er, wen ersetzt er?

Diese Übergangsphase ist die Zeit der Gerüchte. Als sicher gilt, dass Cassis einen neuen Generalsekretär ins Aussendepartement holt. Anstelle des bisherigen Benno Bättig, der von Burkhalter eingesetzt worden war. Der Name, der in Bern derzeit die Runde macht, ist brisant: Stefan Brupbacher, Generalsekretär von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, dem Wirtschaftsminister und Parteikollegen von Cassis.

Brupbacher, ehemals Generalsekretär der FDP, führt Schneider-Ammanns Schaltzentrale straff, viele halten ihn sogar für den heimlichen Chef. Er ist zudem ein Vertrauter des ehemaligen FDP-Präsidenten Fulvio Pelli, dem geistigen Vater der erfolgreichen Bundesratskandidatur von Cassis.

Enge Betreuung für Cassis

Einer wie Brupbacher, so heisst es in Bern, würde zudem dafür sorgen, dass sich Cassis im Unterschied zu Vorgänger Burkhalter nicht von der FDP entfernt. Dass er auf Linie bleibt. Die Episode um Cassis’ Ein- und Austritt bei der Waffenlobby Pro Tell hat nicht wenige in der Überzeugung bestärkt, dass enge Betreuung angesagt ist.

Wechselt Brupbacher also ins EDA? Der 49-Jährige dementiert kategorisch: «Nein, diese Gerüchte sind völlig falsch.» Das sei kein Thema, es habe keinerlei Gespräche gegeben und er habe auch nicht im Sinn, zu wechseln. «Mir gefällt es, wo ich bin. Ich bleibe mit vollem Einsatz Generalsekretär von Bundesrat Schneider-Ammann.»

Ein Europa-Staatssekretär?

Auf einer anderen exponierten Position sitzt Pascale Baeriswyl (49), seit Dezember Staatssekretärin im EDA. Die selbstbewusste Sozialdemokratin ist für viele ein rotes Tuch, innerhalb und ausserhalb des Departements. Wird Cassis sie auf Druck seiner Partei ersetzen? Derzeit macht ein anderes Szenario die Runde. Der neue Chef könnte eine Neuorganisation einleiten und die Funktionen des Staatssekretariats aufteilen. Die Zuständigkeit für Europa würde an eine zweite Person delegiert, Baeriswyl bliebe für die Rest-Welt zuständig.

Weil als sicher gilt, dass Cassis einige Tessiner in sein Team einbauen wird, machen als Europa-Chefs vor allem Namen wie Roberto Balzaretti (52, ehemals Botschafter in Brüssel) oder Bernardino Regazzoni (60, neuer Botschafter in China) die Runde. Aber auch Henri Gétaz (53), schon heute Direktor für europäische Angelegenheiten, wird selbstredend als möglicher Europa-Staatssekretär genannt.

Zeiten der Unsicherheit im EDA also. Überrumpelt vom spontanen Rücktritt des Neuenburgers waren selbst dessen persönliche Mitarbeiter Damien Cottier und Jon Fanzun. Im Unterschied zu anderen Bundesräten hatte Burkhalter für seine engsten Vertrauten nicht rechtzeitig neue Posten organisiert. Und danach scheiterten offenbar auch Versuche, sie bei Botschaften im Ausland zu platzieren.

Cassis jedenfalls dürfte eigene persönliche Mitarbeiter mitbringen. Einer ist dem Vernehmen nach Charles Jean-Richard, bisher Sekretär der FDP-Fraktion.

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