Leitartikel
Cassis-Wahl: Der Neue muss es besser machen

Doris Kleck
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Paola Cassis gratuliert ihrem Mann, dem neuen Bundesrat Ignazio Cassis (rechts).
47 Bilder
Bundesratswahl 2017 (V2)
Ignazio Cassis: «Ich ändere mich nicht für die SVP»
Ein Selfie mit der Mediensprecherin muss schon sein: Ignazio Cassis mit der stellvertretenden Leiterin der Parlamentsdienste Karin Burkhalter.
Nach der Vereidigung geht es raus auf den Bundesplatz.
Hier geniesst der frisch vereidigte Bundesrat das Bad in der Menge ...
... und grüsst seine zahlreichen Anhänger,
die ihn auf dem Bundesplatz feiern, ehe es zu seiner ersten Pressekonferenz als gewählter Bundesrat geht.
Raus aus dem Nationalratssaal, hinab in die Bundeshalle:
Der frisch gewählte Bundesrat Ignazio Cassis freut sich sehr über seine Wahl.
Gesamtbundesrat, von links, Bundespraesidentin Doris Leuthard, Alain Berset, Ueli Maurer, Simonetta Sommaruga, Johann Schneider-Ammann, Guy Parmelin, und rechts, Bundeskanzler Walter Thurnherr.
Stets an der Seite des frisch gewählten Bundesrats: Frau Paola.
Stimmen, Freude, Gratulationen und schöne Blumensträusse: Ein schöner Tag für den neuen Bundesrat Ignazio Cassis.
Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Collina d'Ora, Giorgio Cattaneo, rechts, und Grossrätin Maristella Polli, links, jubeln entsprechend beim Public Viewing in der Mittelschule von Montagnola.
Auch bei der Tessiner FDP-Fraktion ist die Freude riesig.
Im Äusseren Stand wird ausgelassen gefeiert.
Ratsweibelin Nathalie Radelfinger mit Bunderat Ignazio Cassis, der sich über die Blumen freut.
Der grosse Moment: Der neugewählte Bundesrat Ignazio Cassis...
... legt als 117. Mitglied des Bundesrats den Eid ab.
Der neue Bundesrat schwört...
selbstbewusst auf Italienisch: «Lo giuro.»
Hand aufs Herz: Ignazio Cassi...
... erklärt die Annahme der Wahl zum Bundesrat.
Geniesst die Aufmerksamkeit im Ratssaal: Cassis und Kurt Fluri (FDP, SO).
FDP-Präsidentin Petra Gössi gratuliert ihrem neu gewählten Bundesrat Ignazio Cassis.
Auch Toni Brunner (links) von der SVP freut sich über den Cassis-Sieg und gratuliert ihm.
Glückwünsche gibt es auch von der unterlegenen Kontrahentin:
Isabelle Moret gratuliert dem Sieger Ignazio Cassis. Links im Bild die SP-Ständerätin von Basel-Stadt, Anita Fetz.
Der sich freuende Ignazio Cassis wird gefilmt vom Berner Nationalrat Christian Wasserfallen.
Moment der Entscheidung: Die Ratsweibel leeren die Wahlurnen mit den Stimmzetteln auf den Tisch der Stimmenzähler der Vereinigten Bundesversammlung.
Bundesratskandidat Ignazio Cassis (rechts) diskutiert mit Christian Wasserfallen (FDP, Bern, Mitte) und dem Zürcher Interimspräsident der FDP-Fraktion, Beat Walti.
FDP Parteipräsidentin Petra Gössi schiebt ihren Wahlzettel in die Urne. Bundesratskandidat Ignazio Cassis schaut genau hin.
Der Tessiner Bundesratskandidat Ignazio Cassis (FDP, Mitte) erhält eine Flasche Cassis-Likör vom Schaffhauser Ständerat Hannes Germann (SVP, links) und dem Tessiner Nationalrat Fabio Regazzi (CVP, rechts). Ganz rechts schaut der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) zu.
Blick in die Vereinigte Bundesversammlung: So sieht die Ersatzwahl von oben aus.
Tritt ab: Bundesrat Didier Burkhalter, fotografiert während der Wahl seines Ersatzes.
Didier Burkhalter am Rednerpult. Hinter ihm: Nationalratspräsident Jürg Stahl (SVP) aus Winterthur, der Burkhalter zu Beginn gewürdigt hat.
Friedrun Sabine Burkhalter (Mitte) applaudiert nach der Rede ihres Ehemannes, des scheidenden Bundesrats Didier Burkhalter.
Die Bundesräte Ueli Maurer, Alain Berset und Bundespräsidentin Leuthard (von rechts) applaudieren Didier Burkhalter.
Zwischen den Wahlgängen: Cassis bespricht sich mit Parteipräsidentin Petra Gössi.
Der Tessiner Bundesratskandidat Ignazio Cassis (FDP) wird begrüsst von Albert Rösti (SVP, links) und Toni Brunner (SVP, rechts). Die SVP hatte den späteren Gewinner Cassis als Bundesrat empfohlen.
Bundesratskandidatin Isabelle Moret schreitet in den Saal.
Anhänger von Ignazio Cassis (von der Tessiner FDP-Fraktion) sind mit einem Bus aus dem Tessin zur Ersatzwahl angereist.
Der Moment, als Ignazio Cassis am Morgen über den Bundesplatz geht, bevor er im Bundeshaus eintrifft.
Bundesratskandidat Ignazio Cassis spricht am Morgen vor der Wahl mit Journalisten (auf dem Bundesplatz).
Schien seinem wahrscheinlichen Wahlerfolg noch nicht ganz zu trauen: Ignazio Cassis im Berner Hotel Bellevue vor der Ersatzwahl.
Bei der SVP ist die "europäische Vergangenheit" der Kandidaten entscheidend: Pierre Maudet (links), Isabelle Moret und Ignazio Cassis. Schon früh hat die SVP denn auch Cassis empfohlen.
Nacht der langen Messer: Da wusste der Tessiner Favorit noch nichts von seinem kommenden Sieg: Die Kandidaten Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet (v.l.)

Paola Cassis gratuliert ihrem Mann, dem neuen Bundesrat Ignazio Cassis (rechts).

KEYSTONE/MARCEL BIERI

Ignazio Cassis hat einen Start-Ziel-Sieg hingelegt. Bereits am Tag von Didier Burkhaltes Rücktritt vor drei Monaten wurde er als Kronfavorit gehandelt. Gestern stellte sich einzig die Frage, wie viele Wahlgänge der Tessiner bis zum Sieg brauchen würde. Zwei waren es – die Konkurrenten Isabelle Moret und Pierre Maudet überzeugten zu wenig, um das Manko der Westschweizer Herkunft wettzumachen. Wenn drei Lateiner in der Regierung vertreten sind, dann ist es richtig, dass einer davon aus dem Tessin kommt.

Mit Cassis ist die italienischsprachige Schweiz damit nach 18 Jahren wieder im Bundesrat vertreten. Die Diskussion um die Herkunft mag für viele ein alter Zopf sein. Das ist sie aber nicht. Die Berücksichtigung von Minderheiten gehört zur Stärke der Schweiz. Die Bundesversammlung hat mit ihrem Entscheid die Verfassung respektiert und ein feines Gespür bewiesen. Die deutlichen Annahmen der Durchsetzungsinitiative und der Masseneinwanderungsinitiative im Südkanton waren Hilferufe an Bundesbern.

Die Situation im Grenzkanton ist schwierig, der (Migrations-)Druck enorm. Ignazio Cassis ist aber kein HarryPotter – er kann die Probleme nicht wegzaubern. Doch Cassis kann und muss ein Brückenbauer sein. Die Wahl eines Tessiners schafft Vertrauen in die Bundesinstitutionen. Ein wichtiges Signal aus Bern in Richtung Süden.

Rückhalt in der Partei

Die Wahl Cassis ist gut für die Schweiz. Aber auch für die FDP. Wie hat die Partei mit ihrem Bundesrat Burkhalter gehadert! Der Neuenburger stand unter Generalverdacht, zu links zu sein. Das Zusammen- spiel zwischen dem abtretenden Magistraten und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann funktionierte nicht. Mit Cassis erhält die FDP ihren Wunschbundesrat.

Bundesräte sind zwar nicht in erster Linie Parteienvertreter, sondern Mitglieder einer Kollegialregierung. Eine starke Abstützung in der Partei ist dennoch wichtig. Ohne eine gewisse Loyalität aus den eigenen Reihen ist das Regieren schwierig. Burkhalter musste dies oft erfahren – etwa bei den Geldern für die Entwicklungshilfe und vor allem im Europadossier.

Alle Schweizer Bundesräte seit 1848:

Alle Schweizer Bundesräte seit 1848 Karin Keller-Sutter - St. Gallen - ab 2019
119 Bilder
Amherd, Viola CVP - Wallis - ab 2019
Cassis, Ignazio FDP - Tessin - 2017 bis heute
Parmelin, Guy SVP - Waadt - 2015 bis heute
Berset, Alain SP - Fribourg - 2011 bis heute
Schneider-Ammann, Johann FDP - Bern - 2010 bis 2018
Sommaruga, Simonetta SP - Bern - 2010 bis heute
Burkhalter, Didier FDP - Neuenburg - 2009 bis 2017
Maurer, Ueli SVP - Zürich - 2008 bis heute
Widmer-Schlumpf, Eveline BDP - Graubünden - 2007 bis 2015
Leuthard, Doris CVP - Aargau - 2006 bis 2018
Blocher, Christoph SVP - Zürich - 2003 bis 2007
Merz, Hans-Rudolf FDP - Appenzell Ausserrhoden. - 2003 bis 2010
Calmy-Rey, Micheline SP - Genf - 2002 bis 2011
Schmid, Samuel SVP/BDP - Bern - 2000 bis 2008
Deiss, Joseph CVP - Freiburg - 1999 bis 2006
Metzler, Ruth CVP - Appenzell Innerrhoden - 1999 bis 2003
Couchepin, Pascal FDP - Wallis - 1998 bis 2009
Leuenberger, Moritz SP - Zürich - 1995 bis 2010
Dreifuss, Ruth SP - Genf - 1993 bis 2002
Villiger, Kaspar FDP - Luzern - 1989 bis 2003
Felber, René SP - Neuenburg - 1987 bis 1993
Ogi, Adolf SVP - Bern - 1987 bis 2000
Cotti, Flavio CVP - Tessin - 1986 bis 1999
Koller, Arnold CVP - Appenzell Innerrhoden - 1986 bis 1999
Kopp, Elisabeth FDP - Zürich - 1984 bis 1989
Delamuraz, Jean-Pascal FDP - Waadt - 1983 bis 1998
Stich, Otto SP - Solothurn - 1983 bis 1995
Egli, Alphons CVP - Luzern - 1982 bis 1986
Friedrich, Rudolf FDP - Zürich - 1982 bis 1984
Schlumpf, Leon SVP - Graubünden - 1979 bis 1987
Aubert, Pierre SP - Neuenburg - 1977 bis 1987
Honegger, Fritz FDP - Zürich - 1977 bis 1982
Chevallaz, Georges-André FDP - Waadt - 1973 bis 1983
Hürlimann, Hans CVP - Zug - 1973 bis 1982
Ritschard, Willi SP - Solothurn - 1973 bis 1983
Furgler, Kurt CVP - St.Gallen - 1971 bis 1986
Brugger, Ernst FDP - Zürich - 1969 bis 1978
Graber, Pierre SP - Neuenburg - 1969 bis 1978
Celio, Nello FDP - Tessin - 1966 bis 1973
Gnaegi, Rudolf SVP - Bern - 1965 bis 1979
Bonvin, Roger CVP - Wallis - 1962 bis 1973
Schaffner, Hans FDP - Aargau - 1961 bis 1969
Bourgknecht, Jean CVP - Freiburg - 1959 bis 1962
Spühler, Willy SP - Zürich - 1959 bis 1970
Tschudi, Hans Peter SP - Basel-Stadt - 1959 bis 1973
von Moos, Ludwig CVP - Obwalden - 1959 bis 1971
Wahlen, Friedrich Traugott SVP - Bern - 1958 bis 1965
Chaudet, Paul FDP - Waadt - 1954 bis 1966
Holenstein, Thomas CVP - St.Gallen - 1954 bis 1959
Lepori, Giuseppe CVP - Tessin - 1954 bis 1959
Streuli, Hans FDP - Zürich - 1953 bis 1959
Feldmann, Markus SVP - Bern - 1951 bis 1958
Weber, Max SP - Zürich - 1951 bis 1953
Escher, Josef CVP - Wallis - 1950 bis 1954
Rubattel, Rudolphe FDP - Waadt - 1947 bis 1954
Petitpierre, Max FDP - Neuenburg - 1944 bis 1961
Nobs, Ernst SP - Zürich - 1943 bis 1951
Kobelt, Karl FDP - St.Gallen - 1940 bis 1954
von Steiger, Eduard SVP - Bern - 1940 bis 1951
Stampfli, Walter FDP - Solothurn - 1940 bis 1947
Celio, Enrico CVP - Tessin - 1940 bis 1950
Wetter, Ernst FDP - Zürich - 1938 bis 1943
Obrecht, Hermann FDP - Solothurn - 1935 bis 1940
Etter, Philipp CVP - Zug - 1934 bis 1959
Baumann, Johannes FDP - Appenzell Ausserrhoden - 1934 bis 1940
Meyer, Albert FDP - Zürich - 1929 bis 1938
Minger, Rudolf BGB (Vorgängerin der SVP) - Bern - 1929 bis 1940
Pilet-Golaz, Marcel FDP - Waadt - 1928 bis 1944
Häberlin, Heinrich FDP - Thurgau - 1920 bis 1934
Chuard, Ernest FDP - Waadt - 1919 bis 1928
Musy, Jean-Marie CVP - Freiburg - 1919 bis 1934
Scheurer, Karl FDP - Bern - 1919 bis 1929
Haab, Robert FDP - Zürich - 1917 bis 1929
Ador, Gustave Liberale Partei - Genf - 1917 bis 1919
Calonder, Felix-Louis FDP - Graubünden - 1913 bis 1920
Decoppet, Camille FDP - Waadt - 1912 bis 1919
Schulthess, Edmund FDP - Aargau - 1912 bis 1935
Perrier, Louis FDP - Neuenburg - 1912 bis 1913
Motta, Giuseppe CVP - Tessin - 1911 bis 1940
Hoffmann, Arthur FDP - St.Gallen - 1911 bis 1917
Schobinger, Josef Anton CVP - Luzern - 1908 bis 1911
Forrer, Ludwig FDP - Zürich - 1902 bis 1917
Comtesse, Robert FDP - Neuenburg 1899 bis 1912
Ruchet, Marc-Emile FDP - Waadt - 1899 bis 1912
Brenner, Ernst FDP - Basel-Stadt - 1897 bis 1911
Müller, Eduard FDP - Bern - 1895 bis 1919
Ruffy, Eugène FDP - Waadt - 1893 bis 1899
Lachenal, Adrien FDP - Genf - 1892 bis 1899
Zemp, Joseph CVP - Luzern - 1891 bis 1908
Frey, Emil FDP - Basel-Land - 1890 bis 1897
Hauser, Walter FDP - Zürich - 1888 bis 1902
Deucher, Adolf FDP - Thurgau - 1883 bis 1912
Ruchonnet, Antoine Louis John FDP - Waadt - 1881 bis 1893
Hertenstein, Wilhelm FDP - Zürich - 1879 bis 1888
Bavier, Simeon FDP - Graubünden - 1878 bis 1883
Droz, Numa FDP - Neuenburg - 1875 bis 1892
Anderwert, Fridolin FDP - Thurgau - 1875 bis 1880
Hammer, Bernhard FDP - Solothurn - 1875 bis 1890
Heer, Joachim FDP - Glarus - 1875 bis 1878
Borel, Eugène FDP - Neuenburg - 1872 bis 1875
Scherer, Johann Jakob FDP - Zürich - 1872 bis 1878
Ceresole, Paul FDP - Waadt - 1870 bis 1875
Ruffy, Victor FDP - Waadt - 1867 bis 1869
Welti, Emil FDP - Aargau 1866 bis 1891
Challet-Venel, Jean-Jacques FDP - Genf - 1864 bis 1872
Schenk, Karl FDP - Bern - 1863 bis 1895
Dubs, Jakob FDP - Zürich - 1861 bis 1872
Pioda Battista, Giovanni FDP - Tessin - 1857 bis 1864
Knüsel, Josef Martin FDP - Luzern - 1855 bis 1875
Fornerod, Constant FDP - Waadt - 1855 bis 1867
Stämpfli, Jakob FDP - Bern 1854 bis 1863
Druey, Daniel-Henri FDP - Waadt - 1848 bis 1855
Franscini, Stefano FDP - Tessin - 1848 bis 1857
Frey-Herosé, Friedrich FDP - Aargau - 1848 bis 1866
Furrer, Jonas FDP - Zürich - 1848 bis 1861
Munzinger, Martin J. FDP - Solothurn - 1848 bis 1855
Naeff, Wilhelm Matthias FDP - St. Gallen - 1848 bis 1875
Ochsenbein, Ulrich FDP - Bern - 1848 bis 1854

Alle Schweizer Bundesräte seit 1848 Karin Keller-Sutter - St. Gallen - ab 2019

Keystone

Freisinnige Parlamentarier frohlockten gestern, dass nun auch im Bundesrat der Rechtsrutsch der letzten Parlamentswahl vollzogen wird. Vielleicht hätte mit Cassis die Vorlage zur Lohntransparenz tatsächlich den Bundesrat nicht passiert. Doch das ist Spekulation. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich mit Cassis die Politik des Gremiums um 180 Grad dreht. Erstens ist der Bundesrat schon heute wirtschaftsfreundlich – so ist etwa Simonetta Sommaruga mit ihrem Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative im Bundesrat unterlegen und ihre Vorschläge für Frauenquoten in Firmen wurden abgeschwächt.

Zweitens hat Ignazio Cassis in gesellschaftspolitischen Fragen mit der SVP kaum etwas gemeinsam. Hier spielen andere Koalitionen. Ohnehin ist schwierig vorherzusagen, wie sich die Dynamik im Gremium entwickeln wird. Mit wem wird Cassis sich gut verstehen und zusammenarbeiten? Das ist mindestens so wichtig wie die exakte parteipolitische Positionierung des neuen Bundesrates.

Im Inland wirken

Vieles deutet darauf hin, dass Cassis der künftige Aussenminister sein wird. Heute ist nicht ganz klar, wo der Tessiner bei der Frage um das institutionelle Rahmenabkommen steht. Will er es einfach umbenennen, weil der Begriff «vergiftet» ist? Oder bedeutet, den «Mut haben, den ‹Reset-Knopf› zu drücken», Übungsabbruch?

Ein bisschen Nachsicht muss man haben: Der Bundesrat ist mit der EU am Verhandeln und Cassis hat keinen vertieften Einblick in das Dossier. Es ist aber gut möglich, dass Cassis seine Position schon bald neu justieren muss. Im Europa-Dossier muss der neue Aussenminister vor allem im Inland wirken. Burkhalter war auf heimischem Terrain schwach. Der Neue muss es besser machen.