Bauprojekte

Carparkplatz beim Zürcher HB bleibt noch mindestens 15 Jahre

Touristen müssen sich nicht umgewöhnen: Der Carparkplatz am Sihlquai in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofes bleibt nach dem Willen der Stadtregierung noch für mindestens 15 Jahre. (Archivbild)

Touristen müssen sich nicht umgewöhnen: Der Carparkplatz am Sihlquai in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofes bleibt nach dem Willen der Stadtregierung noch für mindestens 15 Jahre. (Archivbild)

Der Zürcher Stadtrat hat entschieden, was mit dem Carparkplatz am Sihlquai passieren soll: nichts Neues. Das Areal soll noch mindestens 15 Jahre als Busterminal genutzt werden.

Als «Filetstück oder Prunkstück» der städtischen Liegenschaften bezeichnete Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) gestern den Carparkplatz beim Hauptbahnhof. Er zieht immer wieder Begehrlichkeiten auf sich: SP, Grüne und AL forderten im Gemeinderat eine quartierverträgliche Entwicklung mit günstigen Wohnungen. Ein privates Initiativkomitee machte sich hingegen für ein Kongresshaus stark.

Nun hat der Stadtrat seine Pläne vorgestellt: Der Carparkplatz soll Carparkplatz bleiben, zumindest für die nächsten 15 Jahre. Und er soll aufgehübscht werden. Denn sein heutiges Erscheinungsbild sei «weniger prunkvoll», wie Mauch sagte. Wie genau die Verschönerung aussehen soll, will der Stadtrat bis Sommer 2020 darlegen. Als Sofortmassnahme wird der Platz mit zusätzlichen WCs ausgestattet.

Sanierungspläne hatte der Stadtrat schon 2017 erarbeitet. Er zog sie jedoch 2018 zurück, als der Bundesrat die Zulassung nationaler Fernbus-Linien beschloss. Damit zeichnete sich eine intensivere Nutzung des Carparkplatzes ab, auf dem pro Jahr rund 800 000 Buspassagiere aus dem In- und Ausland ein- und aussteigen.

Anlass zur gestrigen Medienkonferenz bot eine gemeinderätliche Motion zum Thema Carparkplatz; die Frist zur stadträtlichen Stellungnahme lief gestern ab. Mit der Motion forderten SP, Grüne und AL den Stadtrat auf, eine partizipativen Prozess zur quartierverträglichen Entwicklung des Areals einzuleiten. Als anzustrebende Nutzungen nannten die Motionäre günstigen Wohn- und Gewerberaum. Es sei aber auch zu prüfen, ob der Carparkplatz als solcher erhalten bleiben könne.

Laut Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) steht derzeit kein Alternativstandort für den Carparkplatz zur Verfügung. In 15 Jahren wäre aber ein Umzug aufs Fogo-Areal beim Bahnhof Altstetten möglich. Das Areal ist derzeit durch eine befristete Containersiedlung mit günstigem Wohnraum für Studierende und Flüchtlinge belegt. «Ich will nicht jetzt einen partizipativen Prozess starten, wenn man weiss, dass eine Realisierung erst in 15 Jahren möglich ist», sagte Odermatt.

Stadtpräsidentin Mauch erinnerte daran, warum der Stadtrat kein neues Kongresshaus auf dem Carparkplatzareal will: Es würde sich nur rechnen, wenn die Stadt das Land vergünstigt abgäbe. Dazu sei der Stadtrat nicht bereit. Schliesslich lasse die Stadt gerade das Kongresshaus am See für viel Geld sanieren. Zudem entstehe beim Flughafen mit «The Circle» ein Bau, der ebenfalls für Kongresse tauge. Ausserdem stagniere der Kongressmarkt, und die internationale Konkurrenz sei gross.

Zufriedenheit

bei FDP und SP

FDP-Stadtparteipräsident Severin Pflüger hatte sich einst für ein privat finanziertes Kongresshaus auf dem Carparkplatzareal eingesetzt. Er zeigte sich nun zufrieden, dass der Stadtrat den Motionären, die günstige Wohnungen forderten, nicht nachgibt: «Der Carparkplatz ist eine super Nutzung des Areals. Davon hängen viele Arbeitsplätze ab.» SP-Gemeinderat und Motionär Urs Helfenstein gab sich ebenfalls zufrieden: Positiv sei, dass ein Kongresshausbau verhindert wurde und das Carparkplatzareal der nächsten Generation überlassen werden könne. Ob die Motion als erledigt abgeschrieben wird, entscheidet das Stadtparlament.

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