Calmy-Rey habe in dem Camp 100 Kilometer südwestlich der Grenze zu Somalia unter anderem den Empfangsbereich des Lagers besucht, sagte Lars Knuchel, Informationschef des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwochabend der Nachrichtenagentur sda. Dort würden die ankommenden Menschen medizinisch erfasst und versorgt.

Die Bundespräsidentin sei erschüttert über die Lebensbedingungen in dem Lager, sagte Knuchel. Nach ihrem Besuch habe sie in einer ersten Analyse festgestellt, dass das bestehende Engagement der Schweiz in dieser Region auszubauen sei. Calmy-Rey prüfe einen entsprechenden Antrag, den sie dem Bundesrat stellen möchte.

Einerseits müsse die Überlebenshilfe für die Menschen im Lager erhöht werden. Dabei möchte Calmy-Rey einen besonderen Fokus auf die Kinder richten. Es sei aber auch wichtig, im Kontext zu denken: So müsse auch versucht werden, den Menschen in Südsomalia nachhaltig zu helfen, damit diese sich einen Teil ihrer Lebensgrundlage wieder selber sichern können.

Schliesslich dürften die Menschen in Kenia, die rund um das Lager leben, nicht vergessen gehen. Hier solle unter anderem ein Schwerpunkt auf die Wasserversorgung gelegt werden.

Bundesrat zeigt sich betroffen

Gleichentags beschäftigte sich auch der Bundesrat in Bern mit der Hungerkatastrophe in Ostafrika. Im Rahmen einer Telefonkonferenz wurde im Besonderen die Lage in Äthiopien, Somalia und Kenia erörtert. Das Schicksal der Bevölkerung in diesen Ländern mache den Bundesrat sehr besorgt und betroffen, schrieb die Bundeskanzlei in einer Mitteilung.

Seit Anfang Jahr hat die Schweiz laut der Mitteilung mit insgesamt 14 Millionen Franken zur Linderung der Not am Horn von Afrika beigetragen. Vor zwei Wochen beschloss die humanitäre Hilfe des Bundes, den betroffenen Gebieten mit zusätzlichen 4,5 Millionen Franken zu helfen.