Nach dem Fall der Berliner Mauer habe die Schweiz mit ihrer Osthilfe wichtige Beiträge zum Systemwandel in den ehemaligen Ostblockländern geleistet, betonte die Aussenministerin in ihrer Eröffnungsrede.

20 Jahre später blicke man auf ein grundlegend verändertes Europa. "Der Erweiterungsbeitrag der Schweiz an die neuen EU-Mitgliedstaaten im Osten Europas hat die Übergangshilfe in dieser Phase abgelöst", sagte sie.

Die Osthilfe konzentriere sich nun auf die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Fortgesetzt werde auch das Engagement in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien sowie in Albanien. Diese Länder standen im Fokus der von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Staatsekretariates für Wirtschaft (SECO) veranstalteten Tagung im Berner Westside.

Der Westbalkan brauche nicht nur technische Unterstützung, sondern auch das Vertrauen in die Kräfte der Erneuerung und in die eigenen Möglichkeiten, erklärte Calmy-Rey. Der Übergang vom Einheitsstaat zur Demokratie, von der staatlich gelenkten Wirtschaft zur freien Marktwirtschaft sowie von einem Staat zu mehreren Einzelstaaten sei komplex.

Der von diesen Ländern eingeschlagene Weg nach Europa sei noch lange und dornig, sagte sie weiter. Zentral sei, dass die Völker und ihre politischen Führer nicht gefangen blieben in den blutigen Konflikten der jüngsten Vergangenheit. Stattdessen müssten sie gemeinsam einen prosperierenden Westbalkan aufbauen können.