Nahost

Calmy-Rey: «Schweiz könnte Interessen der Saudis im Iran vertreten»

Als Micheline Calmy-Rey bei ihrem Iran Besuch 2008 ein Kopftuch trug, löste das Kritik aus.

Als Micheline Calmy-Rey bei ihrem Iran Besuch 2008 ein Kopftuch trug, löste das Kritik aus.

Die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi Arabien sind nach der Hinrichtung des schiitischen Predigers Nimr al-Nimr eingefroren. Die Schweiz könnte helfen, dass man wieder miteinander spricht, schlägt alt-Bundesrätin Michéline Calmy-Rey vor.

Die Schweiz soll mithelfen, den Dialog zwischen den beiden verfeindeten Staaten Saudi-Arabien und Iran wieder in Gang zu bringen. Diese Ansicht vertritt Alt-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (70) gegenüber der „Schweiz am Sonntag“.

«Die Krise und der Umstand, dass Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen hat, ist ein typischer Fall für die traditionellen Guten Dienste der Schweiz. Diese könnte jetzt anbieten, die diplomatischen und konsularischen Interessen von Saudi-Arabien im Iran zu vertreten. Wie sie das schon für die USA tut“, sagte sie der Zeitung.

Die Genferin Calmy-Rey, die von von 2003 bis Ende 2011 Schweizer Aussenministerin war und für ihre engagierte, offensive Diplomatie bekannt war, sagt weiter: „Die Schweiz würde dabei keine Vermittlerrolle übernehmen, aber sie würde die Kommunikationskanäle offen halten, und das ist in solchen Situationen sehr wichtig.»

Vor einer Woche hat Saudi-Arabien seine diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Am Vortag hatten wütende Demonstranten in Irans Hauptstadt Teheran Brandsätze auf die Botschaft der Saudis geworfen und waren auf das Botschaftsgelände vorgedrungen, Teile des Gebäudes wurden angezündet.

Auslöser des Botschaftssturms war die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch die Saudis. Er war wegen Anstiftung zum Aufruhr, Volksverhetzung und Vandalismus zum Tod verurteilt worden. Bei Calmy-Reys Nachfolger als Aussenminister, FDP-Bundesrat Didier Burkhalter, stösst der Vorschlag der Genferin auf offene Ohren.

«Wir stehen zur Verfügung“, sagt Jean-Marc Crevoisier, Kommunikationschef des Schweizer Aussenministeriums. 

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