In ihrer Funktion als Vorsitzende des Ministerkomitees des Europarats, dessen Präsidentschaft die Schweiz seit November innehat, erinnerte Calmy-Rey auf der zweiten Station ihrer Reise durch drei Länder daran, dass der Rat die Justizreform in Georgien weiterhin unterstütze und begleite, ebenso wie den Ausbau der demokratischen Institutionen.

Besonderes Augenmerk wollte die Schweizer Aussenministerin auf die Minderheitenpolitik im Vielvölkerstaat Georgien gelegt haben. Dort leben neben der georgischen Mehrheit unter anderem zahlreiche Armenier und Aserbaidschaner (Azeris).

Calmy-Rey hatte sich in Tiflis auch über den Stand der demokratischen Entwicklung und die Menschenrechtssituation in Georgien informiert. Dafür traf sie sich mit dem Ombudsman des Parlaments, George Tugushi.

Calmy-Rey informierte sich während ihres Aufenthaltes in der georgischen Hauptstadt beim Minister für Wiedereingliederung, Temur Yakobashvili, auch über die neue Strategie der Regierung im Umgang mit den abtrünnigen Gebieten Abchasien und Süd-Ossetien. Der Europarat anerkennt deren Unabhängigkeit nicht und betrachtet sie weiterhin als Teil Georgiens.

Am Abend traf die Schweizer Aussenministerin mit dem georgischen Staatspräsidenten Michail Saakaschwili zusammen und nahm an einem Diner mit Aussenminister Grigol Waschadse teil.

Vor ihrer Weiterreise zu einem Treffen mit dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow in Moskau wollte Calmy-Rey am Sonntag in Tiflis mit Vertretern der parlamentarischen wie auch der ausserparlamentarischen Opposition zusammenkommen. Zu Beginn ihrer Reise hatte Calmy-Rey am Freitag in Slowenien Aussenminister Samuel Zbogar getroffen.