Rauchverbot
Busse für Nationalrätin - weil sie im Freien rauchte

SP-Nationalrätin Chantal Galladé erhielt eine Busse, weil sie vor dem Berner Bahnhof rauchte. Beamte stoppten sie - wegen Verstosses gegen das Nichtraucher-Gesetz.

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Chantal Galladé (Archiv)

Chantal Galladé (Archiv)

Chris Iseli

Galladé war perplex. Sie stand vor dem Bahnhof, unter freiem Himmel, ein Rauchverbot hatte sie nirgends gesehen. Die Polizisten verlangten Galladés Ausweis. Um die Hände freizubekommen, wollte die Zürcherin ihre Zigarette beim Aschenbecher ausdrücken. Die Polizisten intervenierten: Sie solle die Zigarette auf den Boden werfen. Das machte Galladé nicht: Wer in Bern dabei erwischt wird, zahlt 40 Franken Busse.

Sie laufe bestimmt nicht weg, die Koffer seien das Pfand, sagte sie. Als die Polizisten Galladés Identitätskarte kontrollierten, sagte einer: «Hätten wir gewusst, wer Sie sind ...» Da unterbrach Galladé ihn: «Behandeln Sie mich wie jeden anderen Bürger.» Die Polizisten füllten ein Bussenprotokoll aus. Die Busse gehe vor den Polizeirichter, komme auf bis zu 300 Franken zu stehen, sagten sie. Galladé unterschrieb.

«Das fand ich unglaublich», sagt die SP-Nationalrätin. Nirgendwo habe sie ein Rauchverbotsschild gesehen. Wie sich heraustellte, war es die Privatfirma Securitrans, die im Auftrag der SBB seit August die Eingänge kontrolliert - und auch für die Stadt Bern. Gemeinderat Reto Nause: «Chantal Galladé soll mich anrufen. Dann können wir das klären.»