Geld gegen Heimreise
Büsi vermisst: Wenn sich der vermeintliche Finder als Betrüger herausstellt

Haustierbesitzer melden ihre Tiere bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale als vermisst. Nun wird vor Personen gewarnt, die Geld verlangen, um das «gefundene» Tier nach Hause zu schicken.

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Mit einer Vermisstenanzeige hoffen die Besitzer, ihr geliebtes Haustier wieder zu finden. Betrüger nützen dies schamlos aus. (Archiv)

Mit einer Vermisstenanzeige hoffen die Besitzer, ihr geliebtes Haustier wieder zu finden. Betrüger nützen dies schamlos aus. (Archiv)

Keystone

Sie schreiben E-Mails oder rufen an. Sie geben an, das geliebte und als vermisst gemeldete Haustier auf der Durchreise gefunden und ins Ausland mitgenommen zu haben. Laut dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) haben vereinzelte Haustierbesitzer gemeldet, dass sie von solchen Betrügern kontaktiert wurden.

Jetzt warnt Fedpol vor diesen «perfiden Betrugsmails». «Die E-Mails sind häufig fehlerhaft verfasst und die Telefonanrufe erfolgen unterdrückt», heisst es. Sobald sich die Besitzer beim vermeintlichen Finder melden würden, würden Geldbeträge für Tierarztbesuche oder Transportkosten verlangt.

Auch auf der Homepage der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) wird gewarnt. Seit dem Frühling habe es mehrere Betrugsversuche gegeben, wie STMZ-Geschäftsführerin Bernadette Christen gegenüber «20Minuten» erklärt. In den letzten Wochen hätten sich zwei Besitzer von Katzen gemeldet. Ihnen sei per E-Mail mitgeteilt worden, dass die Katzen in der Region gefunden und mit nach Frankreich genommen wurden.

Katze mit dem Flugzeug mitgenommen

Einer, der eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat, ist Simon Meier. Sein Kater Flöckli ist seit dem 19. August nicht mehr nach Hause gekommen. «Wir sind vor zwei Monaten umgezogen. Die Katze kam immer nach Hause. Wir wissen nicht, wo Flöckli jetzt ist», sagt der Erschwiler. «Es kann gut sein, dass er in ein offenes Auto oder einen Bus gestiegen ist, da er sehr neugierig und frech ist», schreibt er zur Vermisstenanzeige auf der Homepage der Schweizerischen Tiermeldezentrale.

Noch wurde er nicht von Betrügern kontaktiert. Er hat aber schon einmal Bekanntschaft mit ihnen gemacht. Als er noch in Büsserach lebte und seine damaligen beiden Katzen als vermisst meldete, bekam er prompt eine E-Mail. «Darin stand, dass sie in Büsserach in der Kirche waren und meine Katze mitnahmen – sogar mit dem Flugzeug.»

Im Schreiben wurde Meier um 300 bis 400 Franken gebeten. «Das war schon komisch.» Simon Meier ging nicht darauf ein. Jetzt denkt er darüber nach, ein Halsband mit integriertem GPS-Tracker zu kaufen, mit dem der Aufenthaltsort der Katzen ausgemacht werden kann.

Fedpol empfiehlt, grundsätzlich vorsichtig mit persönlichen Daten umzugehen und immer nach einem aktuellen Foto des Tieres zu fragen (siehe Kasten unten). (ldu)

Empfehlungen des fedpol

- Seien Sie misstrauisch bei einer fehlerhaften E-Mail oder einem Telefonanruf eines angeblichen Finders mit unterdrückter Nummer.

- Auch die Tatsache, dass ein Tier über die Grenze mitgenommen wurde, ist eher ungewöhnlich.

- Nehmen Sie nicht Kontakt auf zu diesen Personen.

- Bezahlen Sie keine angeblichen Tierarztrechnungen und Transportkosten.

- Verlangen Sie ein Foto des Tieres.

- Seien Sie auch vorsichtig mit Vermisstmeldungen auf Social Media. Machen Sie keine konkreten Angaben zu ihrem Wohnort. Das Bild wird häufig tausendfach geteilt.