Shuttlebus
Bus fährt nicht auf dem Dienstweg

CVP-Landrätin Elisabeth Schneider kritisiert: Das Bruderholzspital hätte für den Shuttlebus eine Bewilligung einholen müssen.

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Shuttle

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Alessandra Paone

Seit dem 1. Oktober verkehrt ein Shuttlebus der Firma Margarethen Bus AG täglich mehrmals zwischen dem Kantonsspital Bruderholz und dem Bahnhof Basel SBB. Transportiert werden ausschliesslich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bruderholzspitals.

Beschlossen

Ende Mai hat der Landrat entschieden, die Forderung nach einer direkten Busverbindung vom Basler Bahnhof aufs Bruderholz im 6. Generellen ÖV-Leistungsauftrag zu verankern. Gleichzeitig hat er eine Motion mit demselben Begehren überwiesen. Grund war eine Petition mit 3311 Unterschriften, die das Bruderholzspital im Februar eingereicht hatte. (ale)

Besucher und Patienten müssen nach wie vor mit der bestehenden Buslinie 37 vorlieb nehmen. Das Angebot - ein von der Leitung des Kantonsspitals initiiertes Pilotprojekt - ist befristet und dauert noch bis zum 21. Dezember.

Seit Jahren sind die dürftigen ÖV-Verbindungen zum Bruderholzspital ein Politikum. So fordern Parlamentarier aus Stadt und Land, dass spätestens im Jahr 2017, wenn das neue Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation beider Basel auf dem Bruderholz seine Tore öffnet, der Spitalkomplex besser erschlossen ist.

Oberste Priorität haben die Verkehrsverbindungen auch für die Spitalleitung. Zu Jahresbeginn lancierte diese deshalb eine Petition für direkte ÖV-Verbindungen zwischen dem Bruderholzspital und dem Bahnhof Basel SBB (siehe Update) und führte wenig später beim Personal eine Bedarfsanalyse durch. Aufgrund der Ergebnisse entschied die Chefetage als provisorische Lösung, einen Kleinbus fürs Personal einzusetzen.

«Unser Ziel ist es, anhand verlässlicher Indikatoren aufzuzeigen, dass ein reeller Bedarf für eine direkte Busverbindung vom Basler Bahnhof aufs Bruderholzspital besteht», sagt Jean-Luc Perrin, Leiter Infrastruktur und Hotellerie im Kantonsspital Bruderholz. Finanziert hat das Spital die Eigeninitiative aus eigener Tasche - dank der Erhöhung der Parkgebühren im Januar.

Dass das Projekt nicht nur Anklang findet, ist jetzt bereits zu spüren. So ist die Baselbieter CVP-Landrätin Elisabeth Schneider nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie die Leitung des Spitals das Projekt durchgeführt hat: «Die Pilotphase hätte offiziell und politisch aufgegleist werden sollen.» Ausserdem müsse ein solches Angebot auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen, beanstandet die Biel-Benkemerin.

Fahrtdauer ist ein wichtiger Faktor

Der Shuttlebus der Margarethen Bus AG fährt täglich - auch an Sonn- und allgemeinen Feiertagen. Ein- und Aussteigen können die Spitalmitarbeiter an der Meret Oppenheimerstrasse beim Basler Bahnhof und direkt vor dem Bruderholzspital. Bezahlen müssen sie nichts. Wichtig ist, dass sie beim Einsteigen ihren Personalausweis vorweisen.

Seit dem 1. Oktober wurden über 2000 Personen transportiert. An Spitzentagen profitierten bis zu 210 Spitalmitarbeiter vom Angebot.

Die Fahrtzeit des Busses beträgt bei normalem Verkehr zwischen 8 und 13 Minuten. Die kurze Fahrtdauer mache die Direktverbindung attraktiv, sagt Jean-Luc Perrin, Leiter Infrastruktur und Hotellerie im Bruderholzspital. Deshalb dürfe der Bus, falls später eine direkte Buslinie realisiert werden sollte, «nicht an jedem Baum halten». Sonst könnten die Fahrtgäste genauso gut den 37er-Bus nehmen, bemerkt Perrin.

Sobald die Pilotphase zu Ende ist, wird die Spitalleitung zusammen mit der Margarethen Bus AG die Daten auswerten. Zudem erhält das Personal mit der Novemberlohn-Abrechnung einen Fragebogen. Nutzer des Shuttlebusses werden befragt, wie sie das Angebot bewerten und wo Verbesserungspotenzial besteht. Die übrigen Mitarbeiter sollen begründen, weshalb sie nicht von der Direktverbindung profitiert haben. Die interessierten Kreise, sprich der Baselbieter Gesundheitsdirektor Peter Zwick, die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) sowie die Kantonsparlamentarier, erhalten den Bericht zum Pilotprojekt voraussichtlich Ende Januar. (ale)

Kein Gesuch gestellt

Schneiders Kritik geht noch weiter. Gemäss ihren Informationen hätte das Bruderholzspital beim Kanton eine Bewilligung für die Aktion einholen müssen. Jean-Luc Perrin sieht dies anders: «Wird der Kleinbus nur für den Personaltransport eingesetzt, braucht es keine Bewilligung.» Ausserdem habe Regierungsrat Zwick das Okay gegeben.

Dies bestätigt Thomas Lüthi, Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion: «Zwick ist der oberste Chef des Bruderholzspitals - und er hat dem Projekt zugestimmt.» Doch Schneider lässt nicht locker. Der Gesundheitsdirektor sei zwar verantwortlich fürs Spital, nicht aber für dessen Erschliessung. Die Spitalleitung hätte der BUD ein Gesuch einreichen müssen.

Und was meint die BUD dazu? Markus Meisinger, Leiter des Öffentlichen Verkehrs, lässt sich nicht auf die Äste hinaus: «Es handelt sich um einen Grenzfall.» Grundsätzlich sei gemäss der Bundesverordnung über die Personenbeförderungskonzession für Arbeitnehmertransporte eine kantonale Bewilligung einzuholen. Dies insbesondere, wenn die Transporte regelmässig stattfinden.

«Andererseits muss auch in Betracht gezogen werden, dass es sich hier um einen zeitlich klar begrenzten Versuch handelt», betont Meisinger. Auch sei im Gegensatz zum ÖV keine Konzessionierung durch das Bundesamt für Verkehr erforderlich. Meisinger stellt aber klar: Würde der Shuttlebus auch nach der Pilotphase eingesetzt, sei der BUD zwingend ein Gesuch einzureichen.

Kosten über 100 000 Franken

Ein weiterer Knackpunkt sind die Kosten. Über 100 000 Franken soll das Spital fürs Projekt bezahlt haben. Den genauen Betrag will Jean-Luc Perrin aber nicht nennen. Grund dafür dürfte das Beschaffungsgesetz sein. Denn Dienstleistungsaufträge - darunter ist auch der Shuttlebus einzureihen - können nur bis zu einem einmaligen Auftragswert von 150 000 Franken mittels freihändigen Verfahren beauftragt werden.

Für einen Pilotbetrieb mit zeitlicher Begrenzung sei dies denkbar und ein pragmatischer Lösungsansatz, sagt Beat Tschudin, Leiter der zentralen Beschaffungsstelle beim Kanton. Übersteigt aber der Auftragswert den Stellenwert des freihändigen Verfahrens, zum Beispiel für einen regulären oder permanenten Personaltransport über einen längeren Zeitraum, so müsste gemäss den gesetzlichen Bestimmungen im öffentlichen Beschaffungswesen eine entsprechende Ausschreibung erfolgen.

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