Er als amtierender Vorsitzender der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Steinmeier hätten sich entschieden, verschiedene Kontakte auf höchster Ebene zu organisieren und zu koordinieren, sagte Burkhalter auf dem bundesrätlichen Landgut Lohn in Kehrsatz bei Bern nach dem einstündigen Gespräch vor den Medien.

Ob es sich dabei um die seit Wochen von Deutschland geforderte internationale Kontaktgruppe handelt, wurde nicht präzisiert. Steinmeier bezeichnete die Lage in der Ukraine als eine "riesige Herausforderung für die EU und die OSZE" und eine der "ernstesten und gefährlichsten Krisen, die Europa seit langem erlebt hat".

Beide Aussenminister betonten die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Schweiz als derzeitige Vorsitzende der OSZE. Die täglichen Kontakte seien mit Blick auf die Gewalt in der Ukraine aber auch auf die "zugespitzten Situation" seit der Geiselnahme der OSZE-Militärbeobachter in Slawjansk notwendig, sagte Steinmeier.

Heikle Phase

Burkhalter forderte erneut die "bedingungslose Freilassung" dieser von prorussischen Milizen festgehaltenen OSZE-Mitarbeiter. Trotz der Ereignisse vom Freitag liefen die Operationen zur Freilassung der Geiseln weiter, sagte Burkhalter.

Die Gespräche befänden sich in einer "heiklen Phase". Auch Steinmeier bat deswegen um "grösstmögliche Zurückhaltung" aller Seiten. Nach Angaben des Sprechers des Auswärtigen Amtes in Berlin gab es am Freitag den wahrscheinlich ersten direkten Kontakt mit den gefangengenommenen OSZE-Militärbeobachtern.

Er wollte keine genaueren Angaben dazu machen, welche westliche Einrichtung diesen Kontakt hatte. Er wies aber darauf hin, dass grundsätzlich die OSZE die Verhandlungen führe.

Das dänische Militär hatte zuvor mitgeteilt, dass es den Festgehaltenen den Umständen entsprechend gut gehe. "Nach unseren Informationen sind der dänische und die anderen Beobachter in Sicherheit. Sie werden zwar weiterhin festgehalten, aber in Bezug auf das, was im Moment in Slawjansk vor sich geht, sind sie in Sicherheit", sagte Henrik Mortensen vom Verteidigungskommando der Nachrichtenagentur Ritzau.