«Burkart braucht dicke Haut»

FDP Aargau: Doris Fischer-Taeschler gratuliert dem neuen Präsidenten Thierry Burkart.

Mit Klartext zu neuen Erfolgen

FDP Aargau: Doris Fischer-Taeschler gratuliert dem neuen Präsidenten Thierry Burkart.

Die Aargauer Freisinnigen haben den Führungs- und Generationenwechsel vollzogen. Thierry Burkart übernimmt das Parteipräsidium.

Urs Moser

Die Amtsübergabe war von langer Hand vorbereitet. Doris Fischer-Taeschler hätte das Präsidium der FDP Aargau eigentlich schon vor einem Jahr gerne abgegeben. Sie war aber bereit, es weiterzuführen, bis die Nachfolge geregelt ist.

Grossrat Thierry Burkart aus Baden wurde also keineswegs überraschend in Position gebracht, entsprechend war seine Wahl zum Parteipräsidenten am Parteitag gestern Abend in Vordemwald eine Formsache. Gesucht habe er das Amt nicht, so Thierry Burkart zu den Freisinnigen, aber er werde es gerne ausüben.

Rückblick ohne Zorn

Er müsse sich eine dicke Haut wachsen lassen, gab Doris Fischer ihrem Nachfolger als Ratschlag aus eigener Erfahrung mit auf den Weg. Das Parkett der Politik sei hart, hier wollten immer alle alles besser wissen und man bekomme mehr Kritik als Lob ab. Doris Fischer blickte aber nicht im Zorn zurück auf die Auseinandersetzungen auch in den eigenen Reihen: Die schnelle Kritik sei meist nicht böse gemeint, sondern entspringe der Hektik des Alltags, in der alle gefangen seien.

Und schliesslich sei es ein Glück, dass die Freisinnigen nicht wie eine Herde Schafe seien, die einfach hinter ihrem Hirten hertrotten, gab sich die abtretende Parteipräsidentin versöhnlich. Allerdings nicht ohne doch noch zu erwähnen, dass das ausgeprägte Individualistentum der Freisinnigen der Partei auch Probleme schaffte. Sie selbst hatte immer mal wieder Sololäufe zur eigenen Profilierung kritisiert.

Steuersenkung verlangt

Der neue Parteipräsident Thierry Burkart startet mit klaren Erfolgsvorstellungen. Er will die Ortsparteien stärken und die FDP zu Wahlerfolgen führen. Das sei mit einer klaren Kommunikation und mit eindeutigen Positionen zu erreichen, forderte er gestern am Parteitag. Es folgen sogleich Taten. Am ersten Tag unter dem neuen Präsidium wird die FDP heute mit einem Positionsbezug zur Steuerpolitik an die Öffentlichkeit treten: Sie fordert, die nächste Steuerrevision sei zügig anzupacken und müsse weitere Entlastungen bringen.

Und zwar werden Steuerentlastungen für die juristischen Personen und «für die Leistungsträger bei den natürlichen Personen» gefordert, womit wohl die oberen Einkommensklassen gemeint sein dürften. «Mit der Revision von 2006 ist der Weg nicht beendet. Stillstand ist Rückschritt. Wenn wir den Podestplatz halten wollen, ist es höchste Zeit eine weitere Steuerrevision zu lancieren», erklärt der neue FDP-Präsident Thierry Burkart dazu. Die von linken Reformgegnern geschürten Ängste vor Einnahmenausfällen und Wohlfahrtsverlust hätten sich wie erwartet als falsch herausgestellt.

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