Burkini
Burka-Debatte: SVP will keine «Teletubbies» in der Schule

Die Grossrats-Fraktion der SVP verlangt neue Kleidervorschriften in Aargauer Schulzimmern: Aufreizende und verhüllende Kleider sollen verschwinden.

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Burka-Debatte: SVP will keine Teletubbies in der Schule

Burka-Debatte: SVP will keine Teletubbies in der Schule

Keystone

Christian Bütikofer

Die SVP ist für eine neue Vorschrift: Die Grossrats-Fraktion verlangt in einer Motion «angemessene Kleidervorschriften in den staatlichen Schulen des Kantons». Der Regierungsrat soll sich darum kümmern, dass nur noch Kleider in den Schulklassen erlaubt sind, die sich an «Anstand und Sitte» halten.

Auch sollen Kleider verboten werden, die «das Gesicht und den Körper übermässig verhüllen».

Schlabberjeans ok, Burkinis stören

Was ist denn eine Bekleidung nach Sitte und Anstand? Sollen Piercings, Tächlichappe oder Schlabberjeans etwa verboten werden? «Nein», meinte SVP-Fraktionschef Andreas A. Glarner, «wir wollen keine Teletubbies in der Schule.» Teletubbies sind rundliche Figuren einer Fernsehserie, die einen Ganzkörperanzug tragen.

Die SVP segelt damit in den Gewässern der Burkadebatte und hat es auf den Burkini abgesehen, ein zweiteiliger Schwimmanzug für muslimische Frauen. Die Motion muss vom Regierungsrat innert drei Monaten behandelt werden.

Dokument vom Web entfernt

Im April machte der «Sonntag» publik, dass das Bildungsdepartement des Kantons Aargau eine Sonderregelung für Muslime bewilligte: Sie erlaubte die schwimmtaugliche Burka, der Burkini. Vorsteher dieses Departements ist SVP-Politiker Alex Hürzeler.

Offenbar kam Hürzeler unter Druck: Kurz nach dem Artikel entfernte sein Departement das Dokument vom Internet. Hürzelers Kommunikations-Chefin Irène Richner-Schellenberg meinte gegenüber «a-z.ch», jene Richtlinien seien noch vor seinem Amtsantritt erlassen worden. Er selbst meldete sich im «Sonntag» und kündete an, er wolle die Burkini-Erlaubnis überdenken.

Viel Spielraum hat er bisher nicht, denn die rechtliche Grundlage für ein Verbot fehlt. Mit der eingereichten Motion will SVP-Fraktionschef Glarner für klare Verhältnisse sorgen, sagte er der Redaktion «a-z.ch».