Wintersturm
«Burglind» überschritt an einem Ort 200 km/h – aber er war deutlich schwächer als «Lothar»

Der Wintersturm "Burglind" hat in der Schweiz Bäume entwurzelt und zu zahlreichen Verkehrsproblemen geführt. Mindestens 16 Personen wurden verletzt. So stark gewütet wie die Stürme "Lothar" und "Vivian" hat "Burglind" hierzulande aber nicht.

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So wütete Sturm "Burglind" in der Schweiz
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In Suhr stürzte ein Baugerüst um.
Aus den Gondeln der Pizolbahn in Bad Ragaz (GR) mussten mehrere Menschen evakuiert werden. Die Leitungen der Bahn waren von fallenden Bäumen getroffen worden.
In Münchenstein (BL) stürzten unter anderem Bauabschrankungen und ein WC-Häuschen um.
Zwischen Oensingen und Niederbipp kippte ein Lastwagen.
Wegen mehreren umgekippten Lastwagen war die A1 Fahrtrichtung Bern für zwei Stunden gesperrt.
Ein Baugerüst an einem Neubau in Littau (LU) landete am Boden.
Als sich "Burglind" verzog, bildete sich ein Regenbogen über dem Genfersee.
Acht Verletzte gab es bei einer Entgleisung der Montreux-Berner Oberland-Bahn in Lenk.
Zwischen Bremgarten und Wohlen fiel ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer verletzte sich leicht.
In Full-Reuenthal hat "Burglind" die Linde beim Schulhaus gefällt. Sie galt hier als ein Wahrzeichen.
In Volksdorf (D) ist eine Windkraftanlage eingeknickt.
Baum auf Auto in Bern.
Ein Kleinflugzeug wurde auf dem Gelände der Ruag beim Flugplatz Buochs (NW) auf den Rücken gelegt.
Auf dem Wettsteinplatz brachte "Burglind" einen Weihnachtsbaum zum Kippen.
In Zug stürzte ein Anhänger auf ein Auto.
Auch in der Region Olten hinterliess der Sturm Spuren.
Zwischen Rünenberg (BL) und Gelterkinden (BL) wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr von einem umstürzenden Baum getroffen und massiv beschädigt.
In Laufen (BL) fiel ein grosser Baum genau neben ein Haus. Dabei beschädigten die Wurzeln das angrenzende Trottoir und die Mauer des Grundstücks.

So wütete Sturm "Burglind" in der Schweiz

LAURENT GILLIERON

Mit Böenspitzen von bis zu 200 Kilometern pro Stunde (km/h) zog "Burglind" am Mittwoch über die Schweiz. Zu den ganz starken Winterstürmen gehört das Sturmtief damit aber nicht, wie Stephan Bader, Klimatologe bei MeteoSchweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Die Stürme "Lothar" vom 26. Dezember 1999 und "Vivian" vom 27. Februar 1990 hatten in der Schweiz mit deutlich höheren Windspitzen gewütet. So hatte "Lothar" an 57 Messstandorten Windspitzen über 125 km/h erreicht, bei "Burglind" war dies an 30 Standorten der Fall.

Die Grenze von 200 km/h überschritt "Burglind" lediglich am Messstandort Gütsch (200,5 km/h). Bei "Lothar" wurde die stärkste Böe auf dem Säntis registriert (229,7 km/h). Auch an den Standorten Hörnli, Jungfraujoch, Gornergrat und La Dôle betrugen die Messwerte beim "Lothar" über 200 km/h.

Windspitzen nichts Aussergewöhnliches

Stürme wie "Lothar" und "Vivian" sind laut Bader an vielen Messstandorten der Schweiz seltener als alle 15 Jahre zu erwarten. "Burglind" habe vor allem im zentralen und östlichen Teil der Schweiz Windspitzen mit einer Wiederkehrperiode von 15 Jahren oder seltener erreicht. "An mehreren Messstandorten in der West- und Nordwestschweiz sowie in den Alpen waren die Windspitzen aber nichts Aussergewöhnliches", sagte Bader.

Auf "Burglind" folgte am Donnerstag bereits der nächste Sturm: "Christine". Dieser machte sich vor allem durch kräftige Niederschläge und Winde bemerkbar.

So stark wie sein Vorgänger fegte "Christine" aber nicht über die Schweiz: Im Flachland wurden Windböen von durchschnittlich 50 bis 75 km/h gemessen. In Thun wurden 96 km/h und in Luzern 101 km/h verzeichnet. Der Wind wie auch die Niederschläge sollten in der zweiten Nachthälfte nachlassen, wie Eugen Müller, Meteorologe bei MeteoSchweiz, erklärte.