Burgdorf

Burgdorfs kulturelle Zukunft ungewiss

Casino Sanierung: Die Stadt Burgdorf heuert die Burgergemeinde um Geld an.

Vor 80 Jahren wurde das Casino Burgdorf letztmals umfassend saniert - das sagt alles. Infrastruktur und Technik sind hoffnungslos überaltert. Der Verwaltungsrat sieht deshalb eine Gesamtsanierung des Kulturhauses am Kirchbühl vor (bis zwölf Millionen Franken). Finanziert werden soll das Projekt unter anderem mit einem zinsloses Darlehen der Stadt von maximal sechs Millionen Franken. Doch der Casino-Verwaltungsrat hat die Rechnung ohne die Stimmbürger gemacht. Mit dem Entscheid gegen den Localnet-Verkauf ist die finanzielle Situation Burgdorfs prekärer geworden. Am runden Tisch haben nun Vertreter der Casino Theater AG, des Gemeinde- und Burgerrates die missliche Lage analysiert.

Nur Burgergemeinde besitzt noch Geld

Gemeinderat Peter Urech (FDP), Ressort Finanzen, sagt dazu: «Ganz ehrlich - die geforderte Summe im Darlehensgesuch ist unrealistisch.» Dies, weil die Stadt in den letzten Jahren viele Investitionen tätigte. Urech, der selber Verwaltungsratsmitglied der Casino AG ist, weiss um die Folgen, falls das Darlehen im Herbst vom Gemeinde- oder später Stadtrat abgelehnt werden sollte. Eine Lösung sieht er darin, dass der Burgerrat das Projekt mitfinanziert. Dieser sei in der Region quasi der einzige, der noch Geld besitze. «Wir müssen uns alle hinterfragen, wie viel Kultur unsere Stadt noch braucht.»

Eine abgespeckte Sanierung des Casinos liegt laut Verwaltungsratspräsidentin Barbara Schütz nicht drin: Das Hauptproblem sei die Grundinfrastruktur. Leitungen, Brandschutz und Arbeitssicherheit. «Nach dem Localnet-Nein muss ich keine Hellseherin sein, um zu sehen, dass es in Burgdorf für viele Investitionen nicht mehr reicht.» Man werde jetzt mit der Gemeinde die Situation im Detail analysieren und deren Entscheid abwarten. Fliessen zu wenig oder gar keine Gelder, ist das Casino wohl seinem Untergang geweiht. (jpw)

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