Bundesrat
Bundesratskandidatur: Rime will es noch einmal wissen

Jean-François Rime, Sägerei-Unternehmer und SVP-Nationalrat aus Bulle FR ist bereit, zur Bundesratswahl im Dezember erneut anzutreten. Seine Chancen sind intakt.

Niklaus Ramseyer
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Jean-François Rime. Digital Image

Jean-François Rime. Digital Image

«Das Aussenministerium würde mir ganz gut gefallen», lacht Nationalrat Jean-François Rime am Rande der Session in Bern. Und der welsche SVP-Mann aus dem Freiburgischen fügt an: «Beide frei werdenden Departemente würden mir passen .»

Rime und seine SVP gehen davon aus, dass Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) auf Ende Jahr sowieso abtrete. Und dass Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf mit ihrer Kleinpartei BDP im Rücken die Bundesratswahlen vom 14. Dezember politisch nicht überleben werde.

Angriff auf der ganzen Linie

Rime betont zwar: «Ich bin noch nicht Kandidat, und ich entscheide auch nicht darüber.» Doch geht er dezidiert davon aus, dass seine Partei im Dezember einen zweiten Bundesratssitz erobern kann. Die SVP werde «gegen alle antreten», droht er. Ausser vielleicht gegen Doris Leuthard (CVP): Die derzeitige Bundespräsidentin käme als Erste zur Wiederwahl – falls Calmy-Rey tatsächlich nicht mehr antreten würde. Keine Partei wird es wagen, gegen sie etwas zu probieren.

Danach aber geht der Kampf gleich los um den Sitz der BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf. Und Rime dürfte ihr Herausforderer sein. Alle anderen SVP-Aspiranten haben nämlich Probleme: Dem Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger steht der Zürcher SVP-Bundesrat Ueli Maurer vor der Sonne. Als «dritter Berner» fällt SVP-Nationalrat Adrian Amstutz auch aus dem Rennen. Und SVP-Fraktionschef Caspar Baader (BL) hat sich bisher noch nie zu einer Kandidatur durchringen können.

Gut geschlagen

Ganz anders Rime: Er hat sich am 22. September schon ganz gut geschlagen, als das Berner Duo Schneider-Ammann (FDP) und Simonetta Sommaruga (SP) gewählt wurde. Seither gilt der gut deutsch sprechende Freiburger als vernünftiger Politiker mit Bundesrats-Format. Rimes einziges Problem ist sein Alter: Er wird 61. Doch als «Übergangslösung» für ein paar Jahre ist er allemal noch fit genug. Und das Szenario Rime für Widmer-Schlumpf scheint in Bern derzeit vielen als das wahrscheinlichste.