Burkhalter-Nachfolge
Bundesratskandidatin Moret musste Privates preisgeben

Der Sorgerechtsstreit von Bundesratskandidatin Isabelle Moret wurde plötzlich Thema bei der FDP-Prüfung.

Drucken
Teilen
Isabelle Moret
6 Bilder
Die FDP-Nationalräte Ignazio Cassis (TI) und Isabelle Moret (VD) wollen beide die Nachfolge von Didier Burkhalter antreten, ebenso der Genfer Regierungsrat Pierre Maudet. (Archivbild)
Bei der SVP ist die "europäische" Vergangenheit der Bundesratskandidaten entscheidend: Pierre Maudet (links), Isabelle Moret und Ignazio Cassis.
SUISSE CP PLR FDP VD La conseillere nationale Isabelle Moret parle lors d'une conference de presse du PLR Vaud sur la succession du conseiller federal Didier Burkhalter ce jeudi 10 aout 2017 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
SCHWEIZ BUNDESRAETIN FDP ISABELLE MORET ARCHIV - ZUR MELDUNG, DASS DIE FDP-NATIONALRAETIN ISABELLE MORET FUER DEN BUNDESRAT KANDIDIEREN WILL, STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Isabelle Moret, Nationalraetin FDP-VD, spricht waehrend der Debatte um Altersvorsorge 2020, waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 26. September 2016, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Isabelle Moret

Isabelle Moret

Peter Gerber

Bei der Nachfolge von Didier Burkhalter (57) prüft eine Kommission aus Ständerat Thomas Hefti (GL) und Ex-Stöckli-Vertreter Felix Gutzwiller (ZH) die drei am Freitag in Neuenburg von der FDP-Fraktion ins Rennen geschickten Bewerber Ignazio Cassis (TI), Isabelle Moret (VD) und Pierre Maudet (GE). Wie mehrere anwesende FDP-Exponenten berichten, kam es dabei zu einem pikanten Zwischenfall. Hefti wies Moret bei ihrer Präsentation darauf hin, dass sie – wie zwischen der Prüfungskommission und ihr abgemacht – der Fraktion noch eine Angabe über ein laufendes juristisches Verfahren machen müsse.

Als Moret nichts sagte, informierte der Glarner Rechtsanwalt die National- und Ständeräte. Die Waadtländerin stehe im Moment vor Bundesgericht. Grund sei ein Rechtsstreit mit ihrem Mann über Unterhaltszahlungen für ihre beiden Kinder.

Bekannt ist, dass Moret von ihrem Mann getrennt lebt. Die beiden haben zwei Kinder im Alter von elf und sieben Jahren. Der Vater kümmere sich trotz der Trennung immer noch um seine Kinder, erklärte die Waadtländerin in Interviews, als sie ihre Kandidatur bekannt gab.

Offensichtlich wollten Hefti und Gutzwiller kein Risiko eingehen und sichergehen, dass die FDP-Exponenten auch diese Information über die Juristin haben, bevor sie grünes Licht geben, damit Moret am 20. September in den Ring steigen kann.