Bundesrätin Widmer-Schlumpf kommt zum Gratulieren
Bundesrätin Widmer-Schlumpf: «Der Kanton Aargau hat sehr viel zu bieten»

Die Gemeinde Eiken feiert heuer das 850-Jahr-Jubiläum. Am 1. Augus wollte man daher etwas besonders bieten, zum Beispiel ein Mitglied des Bundesrates als Festredner. Nun: Es hat geklappt. Eveline Widmer-Schlumpf kommt ins Fricktal.

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Bundesrätin Widmer-Schlumpf

Bundesrätin Widmer-Schlumpf

Keystone

Susanne Hörth

Geburtstage sind etwas Besonders. Im Falle von Eiken wird das 850-Jahr-Jubiläum gleich mit 12 speziellen Monatsanlässen das ganze Jahr hindurch gefeiert. Der eigentliche Festakt findet am 1. August statt. «Das Jubiläum unserer Gemeinde ist natürlich der Grund, weshalb wir ein Bundesratsmitglied als Festredner eingeladen haben», erklärt Gemeindeammann Georges Collin.

In Bern wurde die Eiker Anfrage sehr freundlich aufgenommen und positiv beantwortet. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich die Zusage erhielt. Für uns ist Frau Bunderätin Widmer-Schlumpf der optimale Gast», freut sich Collin. Im Gespräch mit der AZ erklärt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, warum sie nach Eiken kommt, was für sie Gemeindejubiläen und Bundesfeiern bedeuten.

Frau Bundesrätin, nach welchen Kriterien wählen Sie die Orte aus, an welchen Sie Festreden halten?
Eveline Widmer-Schlumpf: Bei der Planung der Teilnahme an der 1.-August-Feier bemühe ich mich, im Laufe der Zeit verschiedene Regionen der Schweiz besuchen zu können. Im letzten Jahr war ich beispielsweise in meinem Heimatkanton Graubünden, in diesem Jahr werde ich in Eiken sowie im Unterwallis eine Ansprache halten.

Was bedeutet der Nationalfeiertag persönlich für Sie?Widmer-Schlumpf: Der Nationalfeiertag ruft uns allen immer wieder in Erinnerung, dass wir unseren Wohlstand und Frieden Personen verdanken, die sich zum Teil weit vor unserer Zeit für die Schweiz und damit für uns eingesetzt haben. Ich mache mir jeweils auch Gedanken über die Zukunft unseres Landes, über die grossen Chancen, die wir haben, und selbstverständlich auch über die Risiken, die es auch gibt.

Sie haben dieses Jahr in Eiken spontan als 1.-August-Rednerin zugesagt. Ist das 850-Jahr-Jubiläum der Gemeinde der Auslöser für diese schnelle Zusage?
Widmer-Schlumpf: Ich habe mich bereits vor einiger Zeit für eine Teilnahme an der Bundesfeier in Eiken entschieden, weil ich gern einmal den 1. August im Kanton Aargau verbringe. Das grosse Jubiläum wird der diesjährigen Feier natürlich noch etwas Spezielles verleihen.

Im Rahmen des traditionellen Bundesrats-Schulreisli haben Sie auch das Fricktal besucht. Wie war Ihr Eindruck über diese Region?
Widmer-Schlumpf: Dass der Kanton Aargau sehr viel zu bieten hat, ist mir einmal mehr auf der diesjährigen Schulreise des Bundesrates bewusst geworden. Anfangs Juli haben wir während zweier Tage verschiedenste Regionen des Kantons besucht, unter anderem Laufenburg.

Kennen Sie den Aargau, das Fricktal bereits aus früheren Besuchen?
Widmer-Schlumpf: Im Aargau war ich natürlich schon öfter und fahre auch immer wieder gerne dorthin. Entsprechend freue ich mich, am 1. August im Fricktal zu sein.

In den Gemeinden, insbesondere den kleinen, ländlichen, ist viel im Umbruch: Zusammenschlussprojekte laufen, sind teilweise bereits umgesetzt. Haben da geschichtliche geprägte Jubiläen (wie jetzt die 850-Jahr-Feier in Eiken) noch genügend Platz oder sollen die Behörden den Fokus viel mehr in eine für die Gemeinden Erfolg versprechende (Fusion)Zukunft richten?
Widmer-Schlumpf: Ich denke, beides geht nebeneinander. Kleinere Gemeinden müssen heute gegenüber früher mehr und anspruchsvollere Aufgaben erfüllen. Dies hat eine höhere zeitliche Belastung zur Folge. Kleinere Gemeinden stossen daher immer mehr an ihre Grenzen. Als Bündnerin weiss ich, wovon ich spreche: Im Kanton Graubünden ist es in den letzten Jahren vermehrt zu Gemeindefusionen gekommen. Solche Zusammenschlüsse müssen keineswegs zur Folge haben, dass Tradition verloren geht.

Oft heisst es, in grossen und einwohnerstarken Gebieten sei alles anonymer, die Bevölkerung entsprechend distanzierter. Spüren Sie in kleineren Gemeinden ein offeneres Verhalten der Bevölkerung dem Bundesrat gegenüber, als dies in grossen Städten der Fall ist?
Widmer-Schlumpf: Das von Ihnen beschriebene «Phänomen» zeigt sich natürlich bis zu einem gewissen Grad auch bei öffentlichen Veranstaltungen. Grundsätzlich treffe ich jedoch überall auf offene und interessierte Menschen.

Ist für Sie dieser direkte Kontakt mit der Bevölkerung wichtig?
Widmer-Schlumpf: Der Kontakt mit der Bevölkerung ist für mich sehr wichtig. Ich freue mich bereits jetzt auf viele gute, interessante Gespräche mit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Eiken.

Haben Sie an diesem kommenden 1. August noch weitere Festrednerin-Termine oder können Sie die Jubiläumsstimmung in Eiken noch etwas geniessen?
Widmer-Schlumpf: Ich werde auch an der Bundesfeier im Val d'Anniviers eine Ansprache halten. Da diese Feier aber bereits am 31. Juli stattfindet, werde ich am 1. August genügend Zeit haben, um mit der Bevölkerung von Eiken das Jubiläumsfest zu geniessen.

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