Lockdown
Bundesrat will Welle an Konkursen verhindern

KMU, die wegen der Coronakrise in finanziellen Schwierigkeiten stecken, sollen mehr Zeit erhalten, bevor sie Konkurs anmelden müssen. Das hat der Bundesrat entschieden. Den Betreibungsstopp hebt er hingegen auf.

Merken
Drucken
Teilen

(gb.) Wegen der Coronakrise geraten zahlreiche Unternehmen in der Schweiz in Zahlungsschwierigkeiten. Einigen drohen auch die Überschuldung und damit der Konkurs. Angesichts der befürchteten Welle an Konkursen will der Bundesrat Unternehmen in Not deshalb mehr Zeit verschaffen. Das hat er an seiner Sitzung vom Mittwoch entschieden.

Konkret soll das Justizdepartement eine vorübergehende Regelung prüfen, wonach Unternehmen mit einer Konkursanmeldung zuwarten könnten. Dies jedoch nur, wenn die Zahlungsnot des Unternehmens der Coronakrise geschuldet sei, und wenn Aussicht bestehe, dass die Schulden nach der Krise getilgt werden können, heisst es in einer Mitteilung des Justizdepartements vom Donnerstag.

In solchen Fällen sollen KMU zudem einen Zahlungsaufschub erhalten. Der Bundesrat will dafür eine befristete Stundung einführen. Dies soll betroffenen Unternehmen Zeit verschaffen, um sich zu reorganisieren und Sanierungsmassnahmen umzusetzen.

Gerichtsferien werden nicht verlängert

Keinen weiteren Aufschub gibt es jedoch bei den Betreibungen. Der Bundesrat hatte das Betreibungswesen zunächst stillgelegt, er erachtet dieses Instrument aber nicht länger als geeignet, um Konkurse zu verhindern. Wie geplant endet diese Massnahme am 19. April.

Dann sollen auch die Zivil- und Verwaltungsgericht wieder ihren Betrieb aufnehmen. Um die Gerichte zu entlasten, prüft das Justizdepartement aktuell, ob der Einsatz von Video- oder Telefonkonferenzen ermöglicht werden soll.