Der Bundesrat akzeptiert eine Motion, mit der Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP/ZH) für sämtliche Polizeiorgane den Wechsel von der Nummer 117 zur 112 verlangt. Nach Ansicht des Motionärs hat die europäische Notrufnummer nicht nur praktische, sondern auch technische Vorteile.

Laut Leutenegger ist der Rufaufbau unter Nummer 112 beispielsweise auch bei einem Funkloch, bei gesperrtem Telefon, bei fehlender SIM-Karte und bei schwacher Akkuleistung möglich. Diese Funktionen seien bei der von Netzbetreibern und Geräteherstellern als "normale" Rufnummer geltenden 117 nicht verfügbar.

Er befürworte eine Zusammenfassung der Notrufdienste unter der Nummer 112, schreibt der Bundesrat. Eine solche Zusammenlegung hätte aber beträchtliche Auswirkungen auf die Organisation der Notrufdienste in den Kantonen. Sie müsse deshalb in mehreren Schritten und mit Übergangsfristen angestrebt werden.

In einer ersten Etappe will der Bundesrat bis Ende 2012 den in der Motion geforderten Vorrang der Nummer 112 vor der 117 umsetzen. Später sollen auch die 118 (Feuerwehr) und die 144 (Sanität) in die 112 integriert werden. Die Aufhebung aller Notrufnummern ausser der 112 ist laut Bundesrat "zwar denkbar, aber nur langfrisig umsetzbar".