Zwar seien Erdbeben in der Schweiz "sehr sehr selten", sagte Bundesrat Moritz Leuenberger vor den Medien in Bern. Doch vom Schadenspotenzial her seien sie gefährlicher als Hochwasser oder Lawinen.

Der Bund könne bei Erdbeben aber nur mit Bauvorschriften vorsorgen, erklärte Leuenberger weiter - und zwar nur für die eignen Bauten oder für Bauten und Anlagen, die er beaufsichtigt oder subventioniert. Im Übrigen komme dem Bund nur eine fördernde Rolle zu.

Konkret kontrollieren derzeit nur die Kantone Basel-Stadt und Wallis - die beiden besonders gefährdeten Kantone - die Anwendung der Normen zur Erdbebensicherheit auch bei privaten Bauvorhaben. Die anderen Kantone überwachen lediglich die Erdbebensicherheit ihrer wichtigsten kantonalen Gebäude.

Kantone, Gemeinden und Private sollten als Baubehörden und Bauherren "ihre Selbstverantwortung stärker wahrnehmen", fordert deshalb der Bundesrat.

Der Bund will nun seine Rolle als Förderer und Koordinator der Erdbebenvorsorge intensivieren: Einerseits will er Vorbild sein, anderseits die Betroffenen sensibilisieren und fachlich unterstützen. Die vorgeschlagenen Massnahmen kosten die Steuerzahlenden rund 10 Millionen Franken verteilt auf vier Jahre.

Die Gefahr eines Erdbebens wird heute in der Schweiz als mässig bis mittel eingestuft, ausser im Wallis und der Region Basel.