Verkehr

Bundesrat verzichtet auf umstrittene Umweltetikette

Bundesrat will keine Umweltetikette (Archiv)

Bundesrat will keine Umweltetikette (Archiv)

Der Bundesrat verzichtet auf die umstrittene Umweltetikette für Autos. Er will vorerst die Energieetikette beibehalten, diese aber verbessern. Künftig sollen CO2-Ausstoss und Energieverbrauch klarer dargestellt werden.

Die Umweltetikette, die über die gesamte Umweltbelastung eines Fahrzeuges informiert hätte, wird nicht eingeführt. Auch die CO2-Etikette verwarf der Bundesrat. Diese hätte einen gewichtsunabhängigen Bewertungsmassstab angelegt.

Der Bundesrat reagiert mit dem Verzicht auf negative Reaktionen: In der Anhörung war die Umweltetikette auf heftige Kritik gestossen. "Ich sage Ihnen, diese Etikette bewegt die Gemüter", sagte Umweltminister Moritz Leuenberger vor den Medien.

Die Autoverbände bemängelten, dass mit der Umweltetikette neben dem CO2-Ausstoss auch die Emission der Luftschadstoffe, der Lärm und die Umweltwirkung bei der Treibstoffherstellung bewertet werden sollte.

Die Umweltverbände wiederum kritisierten, die Energieeffizienz habe einen zu starken Einfluss auf die Bewertung. Damit könnten auch schwere Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch in den besten Kategorien eingestuft werden.

Dieses Problem besteht laut Leuenberger auch mit der heutigen Etikette. Diese sei nicht optimal, weil ein Offroader unter Umständen "unglaublich umweltfreundlich" erscheine, obwohl er natürlich viel mehr CO2 ausstosse als ein kleines Auto.

Neu soll der Treibstoffverbrauch pro hundert Kilometer angegeben werden. Weiter soll es auch für Elektroautos Beurteilungskriterien geben. Der Bundesrat habe nur eine Aussprache geführt, erklärte Leuenberger.

Seit 2003 muss bei jedem zum Verkauf angebotenen Neuwagen gut sichtbar eine Energieetikette angebracht sein. Diese unterteilt die Personenwagen in sieben Effizienzkategorien von A bis G: A steht für ein energieeffizientes, G für ein vergleichsweise ineffizientes Fahrzeug.

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