Schweiz

Bundesrat stellt sich gegen weniger strenge Kreditbedingungen für Proficlubs

Noch können Fussballvereine nicht jubeln: In der Herbstsession wird das Parlament über die Kreditbedingungen für die Profivereine entscheiden.

Noch können Fussballvereine nicht jubeln: In der Herbstsession wird das Parlament über die Kreditbedingungen für die Profivereine entscheiden.

Ab Oktober können Eishockeyvereine und Fussballclubs wieder in besser gefüllten Stadien spielen. Die Rahmenbedingungen für Kredite an die Sportvereine will der Bundesrat jedoch nicht lockern.

(mg) Der Bundesrat will es den Sportvereinen nicht einfacher machen. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrats hatte ihn mit einer Motion aufgefordert, die Rahmenbedingungen für Kredite zu erleichtern. Insbesondere die Solidarhaftung unter den Clubs war den Mitglieder der Kommission ein Dorn im Auge. Sie forderten nach Gesprächen mit den Bossen der Fussball- und Eishockeyprofiligen den Bundesrat auf, diese zu streichen. Ebenfalls wollten sie die Sicherheiten für das Darlehen maximal im Umfang von 35 Prozent der jährlichen Rückzahlungsraten festlegen.

Damit spielten sie den Ball dem Bundesrat zu. Der denkt nun aber nicht daran, die Motion einfach so anzunehmen. So hält er in seiner am Donnerstag publizierten Antwort darauf fest, dass «für eine direkte finanzielle Unterstützung von einzelnen Vereinen oder von als Kapitalgesellschaften organisierten Klubs keine gesetzliche Grundlage» besteht. Ebenfalls stellten die Forderung der WBK ein «beträchtliches Ausfallrisiko» dar. Ganz abwehren will der Bundesrat die Forderungen der Sportvereine aber nicht. Er empfiehlt aber einen anderen Weg. Es solle «eine entsprechende Grundlage im Covid-19-Gesetz» geschaffen werden.

Das entspricht der Forderung der ständerätlichen WBK. Dieser schwebt vor, die zinslosen Darlehen sollten höchstens 25 Prozent des betrieblichen Aufwands der Clubs der Saison 2018/2019 betragen dürfen und sie müssten innert höchstens zehn Jahren zurückbezahlt werden. Aber: «Falls die Darlehen nicht innerhalb von drei Jahren zurückbezahlt werden, soll der Bund nach Ansicht der Kommission von den Darlehensnehmern Lohnkürzungen bis zu 20 Prozent verlangen können», hiess es damals in der Medienmitteilung. Über das Covid-19-Gesetz wird das Parlament in der bevorstehenden Herbstsession beraten.

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