Zweite Säule

Bundesrat startet Abstimmungskampagne für tieferen Umwandlungssatz

Bundesrat Didier Burkhalter (Archiv)

Bundesrat Didier Burkhalter (Archiv)

Auf den Tag genau drei Monate vor den nächsten eidgenössischen Abstimmungen hat der Bundesrat die Kampagne zur Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule gestartet. Didier Burkhalter und Doris Leuthard verteidigten die Massnahme als «wohlüberlegt, dosiert und sinnvoll».

Die Senkung des Mindestumwandlungssatzes sei enorm wichtig für die soziale Sicherheit, sagte der neue Sozialminister Didier Burkhalter, der am 7. März 2010 erstmals eine Vorlage aus seinem Departement vor dem Volk vertreten muss.

Nur mit einer Senkung des Umwandlungssatzes auf 6,4 Prozent könnten die Renten der beruflichen Vorsorge langfristig gesichert werden. Ohne Senkung gerate die zweite Säule wegen der steigenden Lebenserwartung und wegen gesunkener Renditeerwartungen aus dem Lot.

Konkret soll der Umwandlungssatz bis 2016 von heute noch 7 Prozent schrittwiese auf 6,4 Prozent gesenkt werden. Die Senkung auf 6,8 Prozent bis 2014 wurde bereits in der ersten Revision des Gesetzes zur beruflichen Vorsorge (BVG) beschlossen.

Bundesrat und Parlament waren jedoch der Ansicht, dass dies nicht reicht. Sie entschieden, den Satz von 6,8 auf 6,4 Prozent zu senken. Von der Senkung sind nur Neurentner betroffen. Wer schon heute eine BVG-Rente bezieht, erleidet keine Kürzung.

Für Neurentner hingegen gäbe es ab 2016 pro 100'000 Fr. angespartem Alterskapital statt rund 7000 Franken wie heute nur noch 6400 Fr. pro Jahr. Verfügt jemand über ein Alterskapital von 500'000 Franken, entspricht dies einer Jahresrente von 32'000 statt 35'000 Franken.

Gegen die Senkung haben Gewerkschaften erfolgreich das Referendum ergriffen. Der tiefere Umwandlungssatz beschere frisch Pensionierten eine Rentenkürzung von 10 Prozent. Es handle sich schlicht um eine Kürzung auf Vorrat. Die Senkung auf 6,8 Prozent reiche aus.

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