Atomdebatte

Bundesrat setzt wenig Hoffnung in alpinen Solarstrom

Teil eines Solarkraftwerks (Symbolbild)

Teil eines Solarkraftwerks (Symbolbild)

Photovoltaik-Anlagen in den Alpen können nach Schätzungen des Bundes keinen grossen Beitrag zur künftigen Stromversorgung leisten. Der Bundesrat stellt sich deshalb dagegen, das Potenzial exakt zu erheben.

Das Potenzial von Anlagen auf Lawinenverbauungen schätzt der Bund auf weniger als 100 Gigawattstunden, wie der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss schreibt. Diese Menge entspricht dem Jahresstromverbrauch von 30'000 Haushalten.

Das Potenzial von Anlagen, die auf Alphütten angebracht werden, soll im Rahmen des Solarkatasters für Anlagen auf Gebäuden erhoben werden. Bisherige Erfahrungen mit Anlagen im alpinen Raum zeigen laut dem Bundesrat, dass deren Beitrag an die winterliche Stromversorgung erst ab einer Höhenlage von über 1500 Meter relevant werden könnte.

Kaum rentabel

Die erhöhten Kosten für den Bau und den Unterhalt von hochalpinen Anlagen kompensieren aber einen möglichen Produktionsvorteil und machen die Anlagen kaum rentabel. Der Bundesrat beantragt dem Nationalrat aus diesen Gründen, ein Postulat von Bastien Girod (Grüne/ZH) abzulehnen.

Girod fordert eine Studie über das Potenzial und die Kosten von alpinen Photovoltaik-Anlagen. Wegen der geringeren Bewölkung, der höheren Sonneneinstrahlung und der Reflexion durch den Schnee im Winter liesse sich damit mehr Strom produzieren als mit Anlagen im Mittelland, argumentiert er.

Die neue Energiestrategie des Bundes sieht vor, dass die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis 2050 um einen Drittel oder 22 Terawattstunden erhöht wird. Rund die Hälfte des zusätzlichen grünen Stroms soll Solarstrom sein. In erster Linie sollen Flächen auf bestehenden Bauten genutzt werden. Anlagen ausserhalb von bebautem Gebiet sollen nur dann erstellt werden, wenn dies bedeutende Vorteile hat.

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